Porsche verdient zum Jahresauftakt erneut deutlich weniger
Der Sportwagenbauer Porsche ist mit einem weiteren Gewinnrückgang in das Jahr 2026 gestartet. Von Januar bis März sank der Gewinn nach Steuern im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 25 Prozent auf 391 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2025 hatte das Unternehmen noch 518 Millionen Euro verdient. Analysten hatten allerdings bereits mit einem Ergebnis in dieser Größenordnung gerechnet.
Auch der Umsatz ging zurück. Er lag mit 8,4 Milliarden Euro rund 5 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Nach dem massiven Einbruch im vergangenen Jahr hat sich das Tempo des Rückgangs zu Beginn von 2026 allerdings etwas verlangsamt. In mehreren Quartalen zuvor waren die Rückgänge noch deutlicher ausgefallen, in einem Quartal schrieb Porsche sogar rote Zahlen.
Konzernchef sieht 2026 als Jahr der Neuausrichtung
Konzernchef Michael Leiters, der seit Anfang Januar im Amt ist, bezeichnet 2026 als Jahr der Neuausrichtung. Mit konkreten Maßnahmen solle Porsche schlanker, schneller und effizienter werden. Die Transformation sei jedoch anspruchsvoll und verlange konsequentes Handeln sowie Disziplin. Der MDax-Konzern will unter anderem seine Gewinnschwelle senken.
Finanzchef Jochen Breckner erklärte, das erste Quartal bewege sich im Rahmen der Erwartungen und stütze die Prognose für das Gesamtjahr. Für den Strategiewechsel gab Porsche in den ersten drei Monaten nach Unternehmensangaben rund 100 Millionen Euro aus. Im Gesamtjahr könnten sich diese Kosten auf etwa 900 Millionen Euro summieren. Hinzu kommt eine weitere Belastung durch die US-Zölle, die im ersten Quartal mit rund 200 Millionen Euro zu Buche schlugen.
Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und geopolitischer Unsicherheiten rechnet Porsche für 2026 mit einer etwas besseren Entwicklung. Die Ziele bleiben jedoch vorsichtig: Angepeilt wird ein Jahresumsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Zudem soll wieder etwas mehr operativer Gewinn hängen bleiben. Mögliche Auswirkungen des Iran-Kriegs sind in dieser Prognose noch nicht berücksichtigt.
Absatz sinkt weiter, China bleibt ein Problemmarkt
Bereits bekannt war, dass Porsche zu Jahresbeginn erneut weniger Fahrzeuge ausgeliefert hat. Weltweit verkaufte die VW-Tochter in den ersten drei Monaten 60.991 Autos und damit 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Als Ursachen nennt das Unternehmen unter anderem das Auslaufen der Produktion der Verbrennermodelle Cayman und Boxster sowie weggefallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.
Besonders schwach lief das Geschäft in China. Dort sank der Absatz um 21 Prozent auf nur noch 7.519 Fahrzeuge.
Krise aus dem Vorjahr wirkt nach
Porsche war 2025 vom früheren Gewinnbringer im Volkswagen-Konzern zu einem Unternehmen im Krisenmodus geworden. Im Gesamtjahr fiel der Überschuss auf nur noch 310 Millionen Euro. Das waren rund 91 Prozent weniger als im bereits schwächeren Jahr 2024. Der Umsatz schrumpfte zugleich um fast zehn Prozent auf rund 36,3 Milliarden Euro.
Für die schwierige Lage gibt es mehrere Gründe: Das China-Geschäft schwächelt, die US-Zollpolitik belastete das Ergebnis mit Hunderten Millionen Euro, und die Elektroautos des Herstellers blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Der frühere Vorstandschef Oliver Blume hatte deshalb noch vor seinem Abgang die Strategie geändert. Künftig soll ein größeres Angebot an Verbrennern wieder für Schwung sorgen. Allein dieser Kurswechsel kostete Porsche rund 2,4 Milliarden Euro.
Keine Mitarbeiterprämie und weiterer Stellenabbau
Die Krise hat inzwischen auch direkte Folgen für die Beschäftigten. Erstmals seit Jahren erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für 2025 keine Prämie. Der Vorstand strich sie wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage. 2023 hatten Beschäftigte an deutschen Standorten, die fest bei der Porsche AG und ihren Tochtergesellschaften angestellt sind, noch bis zu 9.690 Euro erhalten, für 2024 waren es später noch bis zu 5.250 Euro. Auch die Vorstandsmitglieder bekommen für 2025 keinen Jahresbonus.
Gleichzeitig treibt Porsche den Personalabbau voran. Leiters hatte bereits im März zusätzliche Kürzungen angekündigt. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Hinzu kommt, dass die Verträge von rund 2.000 befristet Beschäftigten bereits ausgelaufen sind. Über ein weiteres Sparpaket wird schon länger verhandelt, bislang jedoch ohne Ergebnis.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion