Wirtschaft

Unicredit zündet Anfang Mai den Commerzbank-Deal

Showdown um die Commerzbank: Orcel denkt über ein besseres Angebot nach – Rückzug? Für Unicredit keine Option.

29.04.2026, 16:33 Uhr

Unicredit treibt die geplante Übernahme der Commerzbank weiter voran. Konzernchef Andrea Orcel kündigte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an, bereits in der kommenden Woche ein formelles Angebot vorlegen zu wollen. Aus seiner Sicht sei der Vorgang kaum noch aufzuhalten. Die wirtschaftliche Logik spreche klar dafür, und letztlich setze sich diese am Markt durch, sagte Orcel.

Das offizielle Übernahmeangebot soll nach seinen Angaben am 5. Mai veröffentlicht werden. Vorgesehen sei zunächst eine Annahmefrist von vier Wochen, die bei Bedarf um weitere zwei Wochen verlängert werden könne. Einen vollständigen Rückzug schloss Orcel derzeit aus und verwies dabei auf die aus seiner Sicht tragfähigen Kennzahlen.

Zugleich ließ er offen, das bisherige Tauschangebot für die Aktionäre der Commerzbank noch zu verändern. Unicredit habe sich immer vorbehalten, die Konditionen zu überprüfen. Sollten in den kommenden Wochen weitere Gespräche stattfinden und ein Kompromiss möglich sein, könne es Anpassungen geben.

Orcel weist Sorgen vor Kahlschlag zurück

Die Commerzbank stemmt sich seit Monaten gegen das aus ihrer Sicht feindliche Vorgehen der italienischen Großbank. Unicredit war im September 2024 bei dem Dax-Unternehmen eingestiegen und hält inzwischen 29,99 Prozent der Anteile. Auch der Bund, der rund 12 Prozent an der Commerzbank besitzt, lehnt die Übernahmepläne ab.

Bereits im März hatte Unicredit ein freiwilliges Tauschangebot im Volumen von rund 35 Milliarden Euro für sämtliche Commerzbank-Aktien angekündigt. Geboten werden dabei 0,485 neue Unicredit-Aktien je Commerzbank-Papier. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Mai sollen die Unicredit-Aktionäre über die dafür notwendige Kapitalerhöhung abstimmen.

In dem Interview warb Orcel erneut für den Zusammenschluss und versuchte, Befürchtungen über massive Einschnitte zu entkräften. Es werde zwar Anpassungen und Überschneidungen geben, sagte er, das Ziel sei jedoch nicht die Zerschlagung der Commerzbank. Allerdings hatte Orcel dem Institut zuletzt strukturelle Defizite attestiert. In einem möglichen Übernahmeszenario könnten nach seinen Berechnungen in Deutschland rund 7.000 Vollzeitstellen wegfallen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen