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Polizisten-Tod: Jetzt sind die Drahtzieher gefasst

Der Fall schockierte Deutschland: Nach dem Tod von Polizist Maximilian Stoppa sind jetzt die mutmaßlichen Drahtzieher gefasst.

28.09.2026, 11:49 Uhr

Neun Festnahmen in Polen nach Tod eines Dresdner Polizisten

Mehr als 20 Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Dresdner Polizeibeamten in Südbrandenburg haben Ermittler in Polen mehrere mutmaßliche Hintermänner gefasst. Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamts wurden in der Vorwoche gemeinsam mit polnischen Spezialeinheiten neun Männer im Alter von 19 bis 54 Jahren festgenommen. Zwei weitere Beschuldigte stellten sich selbst. Zuvor hatten die „Lausitzer Rundschau“, die „Märkische Oderzeitung“ und die „Bild“ berichtet.

LKA sieht mutmaßliche Drahtzieher gefasst

Die Verdächtigen sollen zu einer Autodiebesbande gehören, die mit dem Fall um den getöteten Polizisten Maximilian Stoppa in Verbindung steht. Stoppa war im Januar 2025 bei einer Kontrolle von einem flüchtenden mutmaßlichen Autodieb erfasst und getötet worden. Sachsens LKA-Präsident Dirk Lichtenberg sagte, die Drahtzieher seien gefasst. Der Ermittlungserfolg sei für ihn auch deshalb wichtig, weil ihn der Tod seines Kollegen persönlich sehr bewegt habe und dadurch zugleich Gefahren für andere Polizeikräfte im Einsatz verringert würden.

Der Tod des 32-jährigen Beamten aus Sachsen hatte bundesweit große Bestürzung ausgelöst. Stoppa kam bei einem Einsatz in Lauchhammer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ums Leben, als ihn ein Tatverdächtiger mit einem Fahrzeug anfuhr.

BGH überprüft Urteil gegen mutmaßlichen Todesfahrer

Ein 27-jähriger Pole war vom Landgericht Cottbus zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah ein illegales Autorennen mit Todesfolge als erwiesen an. Weil sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt haben, befasst sich nun der Bundesgerichtshof mit dem Urteil. Die Staatsanwaltschaft hatte auf Mord und lebenslange Freiheitsstrafe plädiert, die Verteidigung dagegen auf eine deutlich geringere Strafe.

Ermittler gehen von millionenschwerer Serie aus

Die neun in Polen festgenommenen Beschuldigten wurden bei Durchsuchungen in mehreren polnischen Städten gefasst. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden sitzen sie derzeit in Auslieferungshaft. Über eine Auslieferung soll innerhalb der nächsten 30 Tage entschieden werden. Die beiden weiteren Beschuldigten, die sich selbst gestellt hatten, befinden sich bereits in Deutschland in Untersuchungshaft.

Die Männer sollen zwischen 2017 und Ende 2025 hochwertige Fahrzeuge in Deutschland gestohlen und anschließend in Polen gewinnbringend weiterverwertet haben. Betroffen seien unter anderem Taten in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Baden-Württemberg. Den entstandenen Schaden beziffern die Behörden auf mehr als drei Millionen Euro.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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