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Niere erzwungen? Jetzt ist das Paar frei

Zwangs-Nierenspende? Zwei Verdächtige sind wieder frei – doch ein neues Video könnte den brisanten Fall komplett drehen.

26.08.2026, 13:20 Uhr

Neue Entwicklung im Fall einer mutmaßlich erzwungenen Nierenspende

Im Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf eine erzwungene Nierenspende gibt es eine neue Entwicklung: Ein rumänisches Ehepaar, das nach seiner Auslieferung nach Deutschland vorübergehend in Untersuchungshaft saß, ist inzwischen wieder freigelassen worden. Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Juliane Grotz, mitteilte, sei dieser Schritt aufgrund des aktuellen Ermittlungsstands erfolgt. Das gelte sowohl für den Mann als auch für seine Ehefrau.

Zuvor hatte bereits die „Bild“ darüber berichtet. Dem Bericht zufolge wurde ein Video vorgelegt, in dem das mutmaßliche Opfer seine bisherigen Aussagen deutlich relativiert haben soll. Ungeachtet dessen laufen die Ermittlungen weiter. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft führt die Abteilung für Organisierte Kriminalität das Verfahren unter anderem wegen des Verdachts auf Menschenhandel zum Zweck der Organentnahme.

Opfer soll mit Drohungen gegen seine Eltern unter Druck gesetzt worden sein

Die beiden Beschuldigten waren auf Grundlage eines von München ausgestellten Europäischen Haftbefehls in Rumänien festgenommen worden. Nach Darstellung der rumänischen Behörde DIICOT, die für organisierte Kriminalität zuständig ist, sollen sie einen Landsmann dazu gezwungen haben, in Deutschland eine Niere für eine Transplantation zu spenden.

Demnach habe der beschuldigte Mann wegen einer schweren Nierenerkrankung ein Spenderorgan benötigt. Das mutmaßliche Opfer sei laut DIICOT massiv unter Druck gesetzt worden: Ihm sei gedroht worden, seine Eltern in Rumänien könnten getötet werden. Außerdem soll der Mann in einer Wohnung in München festgehalten worden sein. Die Organentnahme habe schließlich in einer deutschen Klinik stattgefunden. Dabei habe das mutmaßliche Opfer fälschlich angegeben, der Neffe des Empfängers zu sein.

Verdacht auf organisierten Menschenhandel

Nach früheren Angaben von DIICOT sollen Mann und Frau führende Mitglieder einer kriminellen Gruppe aus dem westrumänischen Timisoara gewesen sein. Gegen sie steht der Vorwurf des schweren Menschenhandels zur Organentnahme im Raum.

Bereits im März hatten rumänische Ermittler in Timisoara mehrere Objekte durchsucht, die der Gruppe zugerechnet werden. Zeitgleich fanden auch in München Durchsuchungen statt, was die dortige Staatsanwaltschaft bestätigt hatte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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