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Drama an China-Nepal-Grenze: Tote nach Sturzflut

Tödliche Sturzflut im Himalaya: An Nepals Grenze reißt eine Schlammlawine Menschen mit sich – doch der Auslöser bleibt rätselhaft.

26.08.2026, 13:03 Uhr

Eine schwere Sturzflut in der Grenzregion zwischen Nepal und China hat fast 100 Menschen in den Tod gerissen und in beiden Ländern massive Verwüstungen verursacht. Nach Angaben des Büros von Nepals Regierungschef Balendra Shah starben allein in Nepal mindestens 95 Menschen. Aus China wurden zunächst 3 Tote gemeldet. Die Such- und Rettungsarbeiten laufen auf beiden Seiten der Grenze weiter.

Zugleich werden weiterhin Hunderte Menschen vermisst. Nach Angaben der nepalesischen Regierung gibt es keinen Kontakt mehr zu 484 Reisenden – darunter 391 ausländische Touristen und 93 nepalesische Reisende. Außerdem gelten 44 Angehörige der Armee und 31 Polizisten als unauffindbar. Aus Polizeikreisen hieß es, es werde sogar befürchtet, dass die Zahl der Vermissten insgesamt in die Tausende gehen könnte.

Die nationale Tourismusorganisation Nepal Tourism Board hatte zuvor mitgeteilt, dass der Großteil der vermissten Reisenden aus dem Nachbarland Indien stamme. Die Angaben beruhten auf vorläufigen Meldungen von Reise- und Trekkingagenturen, die Touren in das betroffene Gebiet organisieren.

Auswärtiges Amt in Kontakt mit Behörden

Das Auswärtige Amt erklärte auf Anfrage, dass die deutsche Botschaft in Kathmandu mit den örtlichen Behörden in engem Kontakt stehe. Nach aktuellem Stand habe das Ministerium keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen unter den Betroffenen.

Große Zerstörungen entlang des Bhotekoshi

Nepalesische Medien, darunter die Zeitung The Kathmandu Post, berichteten von erheblichen Schäden entlang des Flusses Bhotekoshi, der im tibetischen Hochland entspringt und durch die nepalesische Provinz Bagmati fließt. Wasser- und Schlammmassen verwüsteten Ortschaften und Infrastruktur.

Fernsehbilder aus Nepal und Aufnahmen in sozialen Netzwerken zeigten zerstörte Häuser, überflutete Dörfer, beschädigte Wasserkraftanlagen sowie weggespülte Straßen und Brücken. Nach Regierungsangaben wurden 19 befahrbare Brücken und rund 40 Kilometer Straße zerstört.

Regierungschef Shah kündigte an, die Armee und weitere Sicherheitskräfte zur Unterstützung der Rettungskräfte einzusetzen. Für tiefer gelegene Gebiete flussabwärts wurde eine Katastrophenwarnung ausgegeben.

Unklar ist weiterhin, was die Sturzflut ausgelöst hat. Als mögliche Ursache wird auch ein Gletscherseeausbruch in Betracht gezogen. Dabei entleert sich ein Gletschersee plötzlich und setzt starke Flutwellen frei.

Tote und Vermisste im Südwesten Tibets

Auch auf chinesischer Seite wächst die Sorge. Nach ersten Behördenangaben aus dem Kreis Gyirong im Südwesten Tibets kamen dort 3 Menschen ums Leben, 265 weitere werden vermisst. Die genaue Zahl werde noch ermittelt, berichteten chinesische Staatsmedien. Die Rettungsarbeiten dauern an.

China entsandte zahlreiche Rettungskräfte mit schwerem Gerät in das Gebiet, rief eine erhöhte Katastrophenwarnstufe aus und stellte Hilfsgelder für die betroffene Region bereit.

Rettungseinsatz und unterbrochene Verbindungen

Die Schlammlawine kappte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua Straßen zum Grenzübergang sowie die Stromversorgung und Kommunikationsverbindungen. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos und Fotos zeigten, wie braune Schlamm- und Wassermassen das Flusstal überspülten.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ordnete laut Xinhua an, Vermisste mit allen verfügbaren Mitteln zu suchen und Menschen in Sicherheit zu bringen. Zudem forderte er eine Stärkung der Frühwarnsysteme. Auch der ranghohe Parteifunktionär Zhang Guoqing wurde in die betroffene Region entsandt, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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