Der US-Serienmörder Ted Bundy ist mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem gewaltsamen Tod einer Jugendlichen in Utah nachträglich als Täter identifiziert worden. Ermittler gaben in Park City bekannt, dass ein DNA-Abgleich den entscheidenden Durchbruch in dem lange ungelösten Fall gebracht habe.
Zuvor hatten die Behörden bereits zwei Tötungsdelikte aus Utah miteinander verknüpft, weil sich deutliche Parallelen im Vorgehen des Täters gezeigt hätten. Nach Angaben von Sheriff Kacey Bates aus Summit County konnten schließlich sämtliche Spuren zusammengeführt werden, sodass Bundy auch im zweiten Fall posthum überführt wurde.
Am 27. Oktober 1974 hatten Jäger in einem Waldgebiet in Salt Lake County die Leiche der 17-jährigen Melissa Ann Smith entdeckt. Nur wenige Wochen später wurde die ebenfalls 17 Jahre alte Laura Aime tot an einem Highway in Utah County gefunden. Sie war nach einer Halloween-Feier verschwunden und ebenfalls ermordet worden.
Über Jahrzehnte blieben beide Fälle ohne Aufklärung. Erst moderne Forensik brachte neue Erkenntnisse: Im April 2026 wurde Bundy durch einen Treffer in einer DNA-Datenbank eindeutig als Mörder von Laura Aime identifiziert – 37 Jahre nach seiner Hinrichtung.
Zahlreiche Morde – bis ihm ein Fehler unterlief
Bundy hatte in den 1970er Jahren Dutzende Frauen missbraucht und getötet. Vor seiner Exekution gestand er mehr als 30 Morde in mehreren US-Bundesstaaten. Bei seinem letzten bekannten Opfer unterlief ihm jedoch ein entscheidender Fehler: 1978 versuchte er in Florida vergeblich, ein junges Mädchen in sein Auto zu locken. Das Mädchen war die Tochter eines Polizisten und prägte sich das Kennzeichen des weißen Kleinbusses ein. Später stellte sich heraus, dass das Fahrzeug gestohlen war. Die umgehend eingeleitete Fahndung führte zu Bundys Festnahme. Er wurde zum Tode verurteilt und 1989 hingerichtet.

Nach dem Erfolg im Fall Laura Aime nahmen die Ermittler auch die Akten zum Tod von Melissa Ann Smith erneut unter die Lupe. Dort brachte ein weiterer Gentest schließlich ebenfalls Klarheit. Sheriff Rosie Rivera aus Salt Lake County sagte, die forensische Technik entwickle sich ständig weiter, weshalb alte Fälle immer wieder neu geprüft würden. Der Fall zeige, wie wichtig es sei, Beweismittel auch über Jahrzehnte hinweg aufzubewahren. Mit jedem gelösten Cold Case komme man dem Ziel näher, Bundys Vermächtnis endgültig zu verdrängen.
Ermittler prüfen Verbindung zu weiterem Fall
Ganz abgeschlossen ist die Aufarbeitung allerdings noch nicht. Auf die Frage, ob bald ein weiterer Fall gelöst präsentiert werden könne, verwiesen die Ermittler auf den ungeklärten Mord an einem 16-jährigen Mädchen in Utah aus dem Jahr 1974. Auch dort führt die Spur offenbar zu Ted Bundy. Die Untersuchungen dauern an.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber