Charles III. spricht auf Bahamas Kolonialvergangenheit an
Zum Beginn seiner neuntägigen Reise durch die Karibik hat der britische König Charles III. auf den Bahamas die Sklaverei in der Zeit des britischen Kolonialreichs thematisiert. Bei einem Treffen mit Jugendlichen in Nassau erklärte der Monarch, vieles von dem, was die bahamaische Kultur heute präge, sei aus einer leidvollen Vergangenheit hervorgegangen.
Charles sagte im Clifford Park, es sei wichtig, das große Leid und das Unrecht anzuerkennen, das auf den Inseln und darüber hinaus geschehen sei. Eine ausdrückliche Entschuldigung sprach er jedoch nicht aus. In der Nähe demonstrierte eine kleine Gruppe mit Schildern, auf denen unter anderem Entschädigungen gefordert wurden.
Großbritannien gehörte besonders im 18. Jahrhundert zu den wichtigsten Akteuren im Sklavenhandel. Schätzungen zufolge wurden im transatlantischen Menschenhandel rund drei Millionen Afrikaner auf englischen Schiffen in die Karibik sowie nach Nord- und Südamerika verschleppt.
Debatte über Aufarbeitung und Entschädigung
Das koloniale Erbe dürfte auch bei der letzten Station der Reise in Antigua und Barbuda eine wichtige Rolle spielen. Dort nimmt Charles am Gipfel des Commonwealth teil, einem Staatenbund aus 56 unabhängigen Ländern, darunter viele frühere Gebiete des britischen Empires.
Der 77-jährige König wurde auf den Bahamas mit großem Zeremoniell empfangen. Bahamas-Premier Philip Davis erinnerte daran, dass Charles das Land zuletzt vor mehr als einem halben Jahrhundert besucht habe – damals im Jahr der Unabhängigkeit 1973. Auf der Plattform X schrieb Davis, es sei ihm eine große Ehre, den König nun erneut willkommen zu heißen.

Die Reise führt Charles außerdem nach Guyana sowie nach Antigua und Barbuda. Königin Camilla soll ihn beim letzten Abschnitt begleiten. Karibische Staaten dringen seit Jahren auf eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der britischen Beteiligung am transatlantischen Sklavenhandel und verlangen zunehmend deutlicher Wiedergutmachung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber