Wirtschaft

Merz schlägt Alarm: Tausende Industrie-Jobs in Gefahr

VW vor dem großen Umbruch: Merz lobt den Deal – und warnt zugleich vor einer dramatischen Krise der Autoindustrie.

05.09.2026, 15:22 Uhr

Merz warnt vor weiterem Stellenabbau in der Industrie

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit Blick auf die Krise bei Volkswagen vor einem anhaltenden Verlust von Industriearbeitsplätzen gewarnt. Bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Langenhagen bei Hannover erklärte er, VW stehe exemplarisch für die angespannte Situation der Autoindustrie in Deutschland und Europa.

Merz sagte kurz vor den niedersächsischen Kommunalwahlen, derzeit gingen in erheblichem Umfang Jobs in der Industrie verloren. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden. Deutschland, so der CDU-Vorsitzende, müsse ein Industriestandort bleiben.

Zustimmung zur Einigung bei Volkswagen

Die jüngste Verständigung im VW-Aufsichtsrat bewertete Merz positiv. Ein offener Machtkampf an der Konzernspitze bis hin zu einer außerordentlichen Hauptversammlung wäre seiner Ansicht nach alles andere als hilfreich gewesen. Zugleich machte er deutlich, dass die jetzige Lösung zunächst nur vorläufig sei.

Merz hob zudem die besondere Rolle Volkswagens für Niedersachsen hervor. Kein anderes Bundesland sei in vergleichbarer Weise von einem großen Industrieunternehmen geprägt. Deshalb lasse sich die Entwicklung bei VW nicht mit der eines gewöhnlichen Privatunternehmens gleichsetzen. Vom Autobauer hingen außerdem viele weitere Arbeitsplätze bei Zulieferern sowie im Handel und Handwerk ab.

Lechner kritisiert Landesregierung

Der niedersächsische CDU-Landesvorsitzende Sebastian Lechner warf der Landesregierung vor, wichtige Chancen ungenutzt gelassen zu haben. Bereits vor zwei Jahren habe sich abgezeichnet, dass Volkswagen vor größeren Problemen stehe. Diese Zeit hätte nach seiner Ansicht dafür genutzt werden müssen, Perspektiven für die Werke im Land zu erarbeiten.

Auch Lechner begrüßte die Einigung bei VW, bemängelte jedoch, dass für mehrere Standorte weiterhin keine Klarheit herrsche. Über die Zukunft der Werke in Hannover und Emden soll unter anderem bis Juni kommenden Jahres entschieden werden. Die CDU wolle sich konstruktiv an der Suche nach Lösungen beteiligen, sagte er.

Umbau des Konzerns beschlossen

Der VW-Aufsichtsrat hatte einem weitreichenden Umbau des Unternehmens zugestimmt. Geplant sind der Abbau von weiteren Zehntausenden Stellen sowie eine Verkleinerung der Modellpalette. Wie es mit vier deutschen VW-Standorten weitergeht, ist allerdings vorerst noch offen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen