Die österreichische Schauspielerin Erni Mangold ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Ihr Agent Klaus Kelterborn bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Tod der vielfach geschätzten Charakterdarstellerin. Zuvor hatte bereits die österreichische Nachrichtenagentur APA darüber berichtet.
Kelterborn würdigte Mangold als "energische und zähe" Persönlichkeit. Noch in hohem Alter stand sie vor der Kamera, auch für deutsche Produktionen. So verkörperte sie 2020 im Fernsehfilm „Das Geheimnis der Freiheit“ die Katia Mann, die Mutter des Schriftstellers Golo Mann. Ebenfalls im selben Jahr war sie in der TV-Romanze „Schönes Schlamassel“ an der Seite von Verena Altenberger und Dieter Hallervorden zu sehen.
Im Laufe ihrer jahrzehntelangen Karriere wirkte Mangold in mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen mit. Dazu zählten auch mehrere Folgen des „Tatort“ sowie bekannte Serien wie „Der Alte“, „Kommissar Rex“ und „Der Bulle von Tölz“.
Von Wien über Gründgens bis nach Hollywood-Nähe
Geboren wurde sie 1927 unter dem Namen Ernestine Goldmann. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sie ihre Laufbahn zunächst auf der Theaterbühne in Wien. Mitte der 1950er Jahre wechselte sie für einige Jahre an das Hamburger Schauspielhaus, wo sie unter Gustaf Gründgens arbeitete. Später folgten weitere Engagements, unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus.
Zu ihren bedeutenden Filmrollen zählt „Hanussen“ aus dem Jahr 1955. Darin spielte O.W. Fischer die Hauptfigur, während Mangold dessen Lebensgefährtin verkörperte. Rund vier Jahrzehnte später war sie in Richard Linklaters „Before Sunrise“ mit Ethan Hawke und Julie Delpy als Handleserin zu sehen.

Für ihre Rolle im Film „Der letzte Tanz“ wurde Mangold 2015 mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet. In dem Drama spielte sie eine an Alzheimer erkrankte Frau, die eine kontrovers diskutierte Beziehung zu einem jungen Zivildienstleistenden eingeht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber