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Kondom-Schock: Frankreich stoppt 7 Millionen in Europa

Alarm um ultradünne Kondome: Bei manchen drohen Risse oder Löcher. Welche Marken betroffen sind – und was Behörden jetzt raten.

30.10.2026, 14:15 Uhr

Frankreich ordnet europaweiten Rückruf von Millionen Kondomen an

Wegen Produktionsfehlern ruft Frankreich europaweit rund sieben Millionen Kondome zurück. Die Verbraucherschutzbehörden verhängten nach eigenen Angaben zudem einen Verkaufsstopp für 15 Kondomvarianten eines Herstellers aus Malaysia, da von ihnen ein mögliches Risiko für Verbraucher ausgehen könne. Betroffen sind bestimmte Produkte der Marken My Lubie, Einhorn, Adloran, R&S Consumer Goods, Amor, Primeros und You Me.

Bereits im Sommer hatte es erste Rückrufaktionen gegeben, die in Frankreich etwa 300.000 Kondome betrafen. Die anschließenden Untersuchungen führten zu dem Hersteller. Dabei stellte sich heraus, dass bei ultradünnen Produktlinien Fehler in der Fertigung aufgetreten waren. Dadurch schwankten sowohl die Stärke als auch die Qualität der Latexbeschichtung.

Nach Angaben der Behörden können diese Mängel dazu führen, dass Kondome reißen oder kleine Löcher aufweisen. Damit steige das Risiko für die Übertragung sexuell übertragbarer Krankheiten sowie für ungewollte Schwangerschaften. Seit den ersten Rückrufen seien acht Fälle gemeldet worden, in denen Kondome aus den überprüften Chargen gerissen seien. Diese Chargen wurden als nicht vorschriftsgemäß und potenziell gefährlich eingestuft.

Die Behörden warnten außerdem, dass die nach dem fehlerhaften Verfahren hergestellten ultradünnen Kondome weiterhin im Handel oder bereits bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu Hause sein könnten.

Import- und Verkaufsverbot für ein Jahr

Für die betroffenen Kondomtypen gilt laut den französischen Behörden ein Import- und Verkaufsverbot von zunächst einem Jahr. Falls nötig, könne diese Maßnahme verlängert werden. Zusätzlich wurde ein Rückruf für bereits in Frankreich verkaufte Produkte angeordnet.

Eine eigene Warnung deutscher Behörden zu den betroffenen Kondomen sowie Angaben dazu, ob und in welchem Umfang sie in Deutschland verkauft wurden, lagen zunächst nicht vor. Schon beim Rückruf im Sommer waren auch online angebotene Produkte betroffen.

Die französischen Behörden raten allen Personen, die die nun beanstandeten Kondome zuletzt verwendet haben, sich vorsorglich auf sexuell übertragbare Infektionen und gegebenenfalls auf eine Schwangerschaft testen zu lassen. In Frankreich wurden im Jahr 2024 nach offiziellen Angaben mehr als 115 Millionen Kondome verkauft.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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