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Kinski bricht Schweigen zu Wenders-Nacktszene

Jahrelang schwieg sie – jetzt bricht Nastassja Kinski ihr Schweigen. Nach dem Film-Stopp meldet sie sich mit klaren Worten.

05.06.2026, 11:00 Uhr

Schauspielerin Nastassja Kinski hat sich zur Diskussion um eine Nacktszene in Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung geäußert. In einem Instagram-Beitrag schrieb sie, es sei für sie nicht einfach gewesen, diesen Moment aus ihrem ersten Film anzusprechen, zugleich sei dies aber längst notwendig gewesen. Die Echtheit des Accounts wurde von ihrer Agentur bestätigt.

Kinski war in dem 1975 erschienenen Film im Alter von 13 Jahren in einer Szene mit nacktem Oberkörper zu sehen. Kürzlich hatte sie darüber bereits in der Süddeutschen Zeitung gesprochen.

„Danke dafür, euch auch danach, allen die sich gemeldet haben“, schrieb die heute 65-Jährige. Nach ihren Angaben fordert sie Wenders seit Jahren dazu auf, die betreffende Szene aus dem Film zu entfernen. Ihr Anwalt Christian Schertz erklärte zudem, der Regisseur verweigere seit langer Zeit ein persönliches Gespräch mit Kinski über diesen Vorfall.

Wenders lässt den Film vorerst aus dem Verkehr ziehen

Wim Wenders kündigte in einer Erklärung an, Falsche Bewegung zunächst aus allen derzeitigen Verwertungsformen zurückzuziehen. Streaming-Dienste, Fernsehsender und Vertriebspartner seien angewiesen worden, den Film bis auf Weiteres nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.

Zugleich bat der 80-jährige Regisseur Kinski um Entschuldigung. Er erklärte, als einziger noch lebender Verantwortlicher des Films müsse er anerkennen, dass Nastassja Kinski damals besser hätte geschützt werden müssen. Dafür entschuldige er sich ohne Einschränkung bei ihr.

In ihrem Instagram-Post ging Kinski nicht direkt auf die Entscheidung ein, den Film vorerst nicht mehr zu zeigen. Ihr Anwalt begrüßte die Reaktion von Wenders, bezeichnete sie jedoch zugleich als „längst überfällig“.

Wim Wenders
Der Regisseur Wim Wenders. (Archivbild) Quelle: Soeren Stache/dpa

Kinski schrieb außerdem, sie habe sehr lange geschwiegen, sei geduldig gewesen und habe auf einen fairen Dialog mit ihrem Regisseur gehofft. Stattdessen habe sie sich von ihm nicht ernst genommen gefühlt.

Wenders hatte zuvor beim Deutschen Filmpreis erklärt, dass er die Szene heute nicht mehr in dieser Form drehen würde. Zugleich sagte er, seinem damaligen jüngeren Ich mache er keinen Vorwurf, da der Film in einer anderen Zeit entstanden sei. Daraus leite sich jedoch eine grundsätzliche Frage für die gesamte Branche ab: Wie soll mit filmischem Erbe umgegangen werden?

Er regte deshalb eine Debatte in der Deutschen Filmakademie an. Der Umgang mit der Szene sowie Wenders’ Aussagen haben inzwischen in der Filmbranche und darüber hinaus eine breite Diskussion ausgelöst.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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