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Kind im Visier? Wölfin in Griechenland tappt in Falle

Nach der Attacke auf ein Mädchen bei Thessaloniki ist die mutmaßliche Wölfin gefasst – doch ein Detail wirft neue Fragen auf.

19.08.2026, 14:19 Uhr

Verletzte Wölfin nach Angriff auf Kind bei Thessaloniki eingefangen

Eine Wölfin, die Ende Juli in einem Vorort von Thessaloniki ein Kind attackiert und verletzt haben soll, ist von Fachleuten der griechischen Umweltschutzorganisation Callisto gefangen worden. Nach Angaben der Organisation geriet das Tier in eine eigens aufgestellte Spezialfalle. Die Wölfin wiegt demnach nur 24,5 Kilogramm, ist stark abgemagert und in schlechtem gesundheitlichem Zustand. Ihr fehlt der linke Hinterlauf, zudem hat sie dort eine offene Verletzung.

Bissverletzungen an Gesicht, Hals und Rücken

Der Vorfall hatte sich am 30. Juli in Polichni bei Thessaloniki ereignet. Nach einem Bericht von ERTnews war das Kind von einem hundeartigen Tier angegriffen und dabei in Gesicht, Hals und Rücken gebissen worden. Zunächst stand der Verdacht im Raum, dass ein Schakal hinter der Attacke stecken könnte. Inzwischen gehen Umweltverbände und die staatliche Naturschutzbehörde jedoch davon aus, dass die nun eingefangene Wölfin verantwortlich ist. Sie war demnach seit Monaten bei der Nahrungssuche immer wieder in Wohngebieten im Nordwesten Thessalonikis gesichtet worden.

Nach dem Fang wurde das Tier medizinisch behandelt und an die auf Bären und Wölfe spezialisierte Tierschutzorganisation Arcturos übergeben. Geplant ist, die Wölfin in ein Schutzgebiet für Wölfe und Luchse nahe der nordgriechischen Stadt Florina zu bringen.

Um eindeutig zu klären, ob es sich um das angreifende Tier handelt, wurden Blutproben entnommen. Diese sollen genetisch mit Spuren verglichen werden, die nach dem Angriff an der Kleidung des Kindes gesichert wurden. Die Auswertung übernehmen Wissenschaftler der Universität Thessaloniki.

Verletzte Wölfin von Tierschützern eingefangen
In die Falle gegangen: Tierschützer kümmern sich um die verletzte Wölfin. (Handout) Quelle: -/Callisto/dpa

Offenbar an Menschen gewöhnt

Callisto betonte, dass gesunde Wölfe nur sehr selten Menschen angreifen. In diesem Fall sei die Entnahme aus der freien Wildbahn jedoch notwendig gewesen, da das Tier verletzt sei und offenbar bei der Nahrungssuche in besiedelten Gebieten die Scheu vor Menschen verloren habe.

Schätzungen zufolge leben in Griechenland etwa 1.000 Wölfe, vor allem im Norden und in der Landesmitte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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