75 Jahre „Micky Maus Magazin“: Entenhausen feiert Jubiläum
Donald Duck stöhnt, Onkel Dagobert hütet sein Vermögen und Tick, Trick und Track sorgen für Chaos: Die Figuren aus Entenhausen begleiten seit Jahrzehnten ein großes Publikum. Nun feiert das „Micky Maus Magazin“ sein 75-jähriges Bestehen. Anlass ist der Jahrestag der ersten deutschen Ausgabe, die am 29. August 1951 erschien. Zum Jubiläum bringt Egmont Ehapa Media eine Sonderausgabe heraus und eröffnet zudem einen Pop-up-Store in der Berliner Mall Bikini Berlin.
Donald heute beliebter als Micky
Auch nach dreiviertel Jahrhundert greifen Leserinnen und Leser noch immer zu den Geschichten rund um Micky, Donald, Dagobert und ihre Mitstreiter. Wie Verleger Jörg Risken erklärt, spielte Micky Maus früher im Heft eine größere Rolle. Inzwischen sei jedoch Donald Duck die mit Abstand populärste Figur des Magazins.
Nach Angaben des Verlags gehört das Heft mit 1,3 Milliarden verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten Kinder- und Comicmagazinen weltweit.
Warum das Magazin bis heute funktioniert
Dass die Reihe weiterhin Anklang findet, führt Risken vor allem auf die lebendig erzählten Geschichten und die bekannten Figuren zurück, die immer wieder neue Abenteuer erleben. Hinzu komme, dass aktuelle Themen und Ereignisse regelmäßig in die Comics einfließen.
Außerdem habe man in den vergangenen Jahren damit begonnen, verschiedene Regionen Deutschlands im Magazin aufzugreifen. Dazu komme die sogenannte „Dukifizierung“ prominenter Persönlichkeiten, die in Entenhausen als Comicfiguren auftauchen. Auch das helfe dabei, für junge Leser aktuell zu bleiben.

Schwieriger Start in den 50er Jahren
Als die erste deutsche Ausgabe 1951 erschien, standen Comics in Deutschland noch stark in der Kritik. Bildergeschichten mit Sprechblasen galten vielen als minderwertige Unterhaltung. Gegner warnten damals sogar vor geistiger Verflachung und emotionaler Abstumpfung. Zeitweise gab es sogar Versuche, die „Micky Maus“ gerichtlich verbieten zu lassen.
Von dieser Skepsis ist heute kaum noch etwas übrig. Geblieben sind eher typische Ausdrücke wie „Ächz“, „Grummel“ oder „Bibber“. Diese verkürzten lautmalerischen Verben, bekannt als Erikativ, gehen auf die langjährige Übersetzerin und erste Chefredakteurin Erika Fuchs zurück.
Erika Fuchs prägte die Sprache
Fuchs machte die deutschen Disney-Comics mit ihren originellen Übersetzungen, Sprachspielen und literarischen Anspielungen unverwechselbar. Formulierungen wie „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ sind bis heute bekannt. Ihre sprachlichen Erfindungen wurden wissenschaftlich untersucht, und der Erikativ fand längst Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch.
Turbulentes Geburtstagsheft
Auch die Jubiläumsausgabe bleibt dem typischen Entenhausen-Chaos treu. Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Comic von Tick, Trick und Track. Darin wird es herrlich absurd: Roboter fliegen auf einem Mammut durch Entenhausen, Hai-Piraten greifen Dagobert und seinen Geldspeicher an, und außer Kontrolle geratene Dinosaurier zertrampeln Daisy Ducks Rasen.
So zeigt das Magazin auch nach 75 Jahren, dass Entenhausen noch lange nicht an Fantasie verloren hat.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber