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In der Falle: Diese Tigerin versetzt Sumatra in Panik

Tiger-Alarm an einer Schule auf Sumatra: Eine seltene Raubkatze kam bedrohlich nah – nun reagierten die Behörden.

13.08.2026, 05:11 Uhr

Junge Sumatra-Tigerin nach Streifzügen durch Dorf eingefangen

Auf der indonesischen Insel Sumatra hat eine junge Tigerin in einem Dorf für große Unruhe gesorgt. Das seltene Wildtier war mehrfach in bewohnte Gebiete vorgedrungen, hatte Ziegen gerissen und soll auch Hunde erbeutet haben. Schließlich richteten die Behörden eine Falle ein, in der das Tier kurz darauf gefangen wurde. Darüber berichtete die Zeitung Kompas unter Berufung auf die Naturschutzbehörde BKSDA in Westsumatra.

Als Lockmittel diente der Kadaver einer Ziege. Weniger als eine Stunde nach dem Aufstellen der Falle hörten Anwohner dem Bericht zufolge ein lautes metallisches Geräusch. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Naturschutzbehörde überprüften sie die Stelle und fanden die Tigerin in der Kastenfalle vor. Bewohner und Einsatzkräfte bewachten das Tier über Nacht, bevor es am nächsten Morgen abtransportiert wurde.

Nur noch rund 400 Tiere in freier Wildbahn

Der Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae) ist die kleinste noch existierende Tiger-Unterart. Sowohl in Indonesien als auch international steht er unter strengem Schutz. Schätzungen zufolge leben nur noch etwa 400 dieser Tiere in freier Natur. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Unterart als akut vom Aussterben bedroht. Andere indonesische Tiger-Unterarten wie der Bali-Tiger und der Java-Tiger sind bereits verschwunden.

Weil der Lebensraum der Tiere immer kleiner wird, kommt es zunehmend zu Begegnungen und Konflikten mit Menschen. Erst im Juli war auf Sumatra ein 63-jähriger Kaffeebauer von einem Sumatra-Tiger attackiert, getötet und teilweise gefressen worden. Seine Leiche wurde damals laut Berichten mit Bissverletzungen im Nacken nahe einer Plantage entdeckt.

Sumatra-Tiger in Indonesien
Tierärzte untersuchten die Raubkatze. Quelle: Andri Mardiansyah/XinHua/dpa

Umsiedlung zum Schutz von Mensch und Tier

Die nun eingefangene Tigerin ist nach Behördenangaben etwa zweieinhalb bis drei Jahre alt. Zeitweise hielt sie sich nur rund 50 Meter von einer Grundschule und etwa 100 Meter von einer weiterführenden Schule entfernt auf. Ein Sprecher der Behörde erklärte, dass ihre Umsiedlung deshalb notwendig gewesen sei, um sowohl die Bevölkerung als auch das Tier zu schützen. Solche Maßnahmen seien jedoch grundsätzlich das letzte Mittel.

Nach Angaben der Behörden ist die Tigerin unverletzt und in guter Verfassung. Tierärzte nahmen Blutproben für DNA-Untersuchungen. Anschließend wurde das Raubtier in einen Tierpark gebracht. Experten suchen nun nach einem geeigneten Gebiet, in dem die Tigerin möglichst bald wieder in die Wildnis entlassen werden kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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