Allgemein

Heftige Explosion in Monaco: Drei schwer verletzt

Rucksack abgestellt, dann die Explosion: Monaco erlebt eine Nacht des Schreckens – drei Menschen schwer verletzt.

30.06.2026, 00:49 Uhr

Bei der schweren Explosion am Eingang eines Wohnhauses in Monaco sind drei Menschen schwer verletzt worden. Nach Angaben der monegassischen Staatsanwaltschaft gibt es derzeit keine Hinweise auf einen Terroranschlag. Ermittelt werde stattdessen wegen versuchter Tötung und eines Sprengstoffdelikts, sagte Staatsanwalt Stéphane Thibault.

Der Vorfall ereignete sich am Montagabend gegen 21 Uhr am Eingang eines Wohngebäudes. Die drei Verletzten wurden zunächst versorgt und anschließend in eine Klinik im südfranzösischen Nizza gebracht.

Frau weiter in Lebensgefahr

Zur Identität der Opfer machte die Staatsanwaltschaft weiterhin keine offiziellen Angaben. Nach Medienberichten aus Monaco, Frankreich und der Ukraine soll es sich um den ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew, seine Ehefrau und einen Sohn des Paares handeln.

Die Verletzten konnten laut Staatsanwaltschaft bislang noch nicht vernommen werden. Die Frau schwebt weiter in Lebensgefahr. Der Mann und das Kind sind dagegen nicht mehr in Lebensgefahr.

Nach Angaben des Staatsanwalts lebt der Mann spätestens seit 2021 in Monaco. Gegen ihn liefen im Fürstentum keine Ermittlungen, zudem werde er nicht von ausländischen Behörden gesucht.

Verdächtiger weiter flüchtig

Nach bisherigen Erkenntnissen soll kurz vor der Explosion ein Mann ein Paket am Eingang des Gebäudes abgelegt haben. Der Verdächtige sei anschließend wohl zu Fuß vom Tatort geflohen.

Der mutmaßliche Täter wurde bislang nicht festgenommen. Nach Angaben der Ermittler ist man ihm jedoch auf der Spur. Die Polizei versucht derzeit, seinen Fluchtweg nachzuzeichnen und ihn eindeutig zu identifizieren.

Großeinsatz und Zusammenarbeit mit Frankreich

Am Abend waren zahlreiche Rettungskräfte vor Ort. Monacos Staatsminister Christophe Mirmand sprach von rund 50 Feuerwehrleuten und mehr als 80 Einsatzkräften. Auch französische Rettungsdienste wurden zur Unterstützung nach Monaco entsandt.

Zudem wurde eine enge Zusammenarbeit mit den französischen Behörden eingerichtet, um den flüchtigen Verdächtigen möglichst schnell zu finden und die Hintergründe der Explosion aufzuklären.

Fürst Albert II. spricht von einem Schock

Fürst Albert II. bezeichnete die „kriminelle Explosion“ in einer Mitteilung in der Nacht als einen „Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft“. Alle zuständigen staatlichen Stellen seien mobilisiert und arbeiteten eng mit den französischen Behörden zusammen. Man vertraue darauf, dass die Umstände der Tat rasch aufgeklärt, die Verantwortlichen identifiziert und die nötigen Konsequenzen gezogen würden.

Auch der Politiker Éric Ciotti sprach auf der Plattform X von einem „Anschlag“ und einer „Tragödie, die Monaco erschüttert“. Den Sicherheits- und Rettungskräften sicherte er seine volle Unterstützung zu.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen