Sport

Formel-1-Sauna: Verstappens heißer Unterwäsche-Trick

Antonellis nächster WM-Härtetest hat es in sich: Malaysia droht mit Regen, Gewitter und Chaos – kippt hier der Titelkampf?

01.10.2026, 11:51 Uhr

Hitze, Regen und Titelkampf: Formel 1 vor Härtetest in Sepang

Während WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli zur Abkühlung die Wasserrutschen eines Freizeitbads nutzte, verbrachte sein wiedererstarkter Teamkollege und Titelrivale George Russell freie Stunden auf Langkawi. Doch die kurze Auszeit ist vorbei: Beim einmaligen Gastspiel in Malaysia geht der Kampf um die Weltmeisterschaft in die nächste entscheidende Runde. Die Formel 1 erwartet dort ein extremes Wochenende mit großer Hitze, drückender Luftfeuchtigkeit und möglichen Monsunregen.

Max Verstappen, der bislang letzte Sieger in Malaysia, kennt die Bedingungen nur zu gut. Das Fahren sei dort körperlich besonders unangenehm, sagte der Niederländer – und gab den Fahrern gleich noch einen praktischen Rat für die schweißtreibenden Tage: Man brauche vor allem mehr Wechselwäsche. Die Verantwortlichen haben bereits vor der Hitze gewarnt.

Geburtstagstorte bei Red Bull

Zumindest eines hielt den Bedingungen in der Red-Bull-Garage stand: die Geburtstagstorte für Verstappen, der am Mittwoch 29 wurde, und Teamkollege Isack Hadjar, der Anfang der Woche seinen 22. Geburtstag feierte. Wer sich nach dem Rennen am Sonntag (09.00 Uhr/Sky) etwas Süßes verdient hat, wird sich dann zeigen.

Im Titelrennen stellt die Rückkehr nach Sepang, die ursprünglich nicht geplant war, eine zusätzliche Belastung dar. Schon eine Woche später geht es weiter nach Singapur – ebenfalls ein Rennen, das den Fahrern körperlich alles abverlangt. Antonelli reist mit 66 Punkten Vorsprung an. Das ist ein ordentliches Polster, solange sich der 20 Jahre alte Italiener keine Ausrutscher wie zuletzt im Qualifying von Aserbaidschan leistet. Trotz seines Sieges in Baku sprach er dort von seinem wohl schwächsten Wochenende, nachdem Russell gewonnen hatte und er selbst nur Fünfter geworden war.

Formel 1 - GP Malaysia - Button/Glock
Jeder Meter wurde zur Rutschpartie. (Archivbild) Quelle: Peter Steffen/dpa

Warum in Malaysia der Große Preis von Bahrain gefahren wird

Das Rennen in Sepang läuft offiziell als Großer Preis von Bahrain. Ohne diesen zusätzlichen Termin wäre Antonellis Titelchance noch komfortabler. Insgesamt sollen in dieser Saison noch acht Grand Prix stattfinden – ob es tatsächlich dabei bleibt, ist aber offen. Sowohl das Bahrain-Rennen als auch der Grand Prix von Saudi-Arabien mussten im April abgesagt werden.

Hintergrund ist der anhaltende Krieg im Iran, der auch die letzten beiden Saisonrennen in Katar und Abu Dhabi infrage stellt. Sollten beide ausfallen, könnte das Finale stattdessen in Imola stattfinden – nur wenige Kilometer von Antonellis Heimatstadt Bologna entfernt.

Die Vorstellung eines kühlen Dezembers in Italien dürfte in Sepang durchaus erfrischend wirken. Haas-Pilot Oliver Bearman, der gemeinsam mit Russell unterwegs war, sprach von einem außergewöhnlichen Klima. Weil einige jüngere Fahrer die Strecke noch nie gefahren sind, stand eigentlich eine Begehung an – Bearman hätte dafür aber lieber einen Roller benutzt. Audi-Pilot Nico Hülkenberg brachte es knapp auf den Punkt: Es ist schlicht heiß.

Hülkenbergs besondere Erinnerungen an Sepang

Hülkenberg kennt den Kurs bestens. Die Strecke gehörte von 1999 bis 2017 fest zum Formel-1-Kalender. Für den 39-Jährigen ist Sepang mit einem besonderen Meilenstein verbunden: Dort holte er 2010 als Zehnter im Williams seine ersten Punkte in der Formel 1.

Zugleich gilt Hülkenberg als regenfest – und Regen dürfte in Malaysia erneut eine große Rolle spielen. Genau darin liegt jedoch eine zusätzliche Unbekannte: Die aktuelle Fahrzeuggeneration mit ihrer auf Verbrenner und Batterie verteilten Antriebskraft hat bislang noch kein echtes Regenchaos erlebt. Entsprechend unklar ist, wie sich die Reifen bei stehender Nässe verhalten werden. Bearman äußerte sich dazu eher skeptisch und meinte, von den bisherigen Testfahrern habe er wenig Positives gehört.

Erinnerungen an ein legendäres Regenrennen

Für Freitag und Sonntag sind Gewitter angekündigt. Doch in Sepang kann es auch ohne Vorwarnung zu wolkenbruchartigen Schauern kommen – so wie 2009. Lewis Hamilton und Fernando Alonso, die damals schon dabei waren und als Einzige aus dem aktuellen Feld diese Erfahrung selbst gemacht haben, dürften sich daran noch genau erinnern.

Anfangs war die Strecke noch trocken, doch dunkle Wolken über dem Kurs ließen Böses ahnen. In Runde 19 setzte Regen ein, kurz darauf zog ein Sturm mit heftigem Gewitter über die Strecke. Hamilton funkte damals von Aquaplaning überall. Die Autos rutschten unkontrolliert, die Fahrer waren nahezu machtlos. Nach 31 Runden wurde das Rennen abgebrochen und ging als eines der nassesten der Formel-1-Geschichte ein.

In Malaysia kann Wasser also nicht nur für Abkühlung sorgen – sondern auch für Chaos.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen