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Fast 70 Millionen für Gewaltopfer ausgezahlt

Nach einer Gewalttat kann es Geld geben – neue Zahlen zeigen auch, warum selbst Opfer des Zweiten Weltkriegs noch Hilfe erhalten.

17.07.2026, 04:00 Uhr

Mehr Anträge und höhere Auszahlungen für Gewaltopfer in Bayern

In Bayern sind im vergangenen Jahr 1.885 Anträge auf Entschädigung für Opfer von Gewalttaten gestellt worden. Das geht aus dem Jahresbericht des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS) hervor. Insgesamt hatten 5.530 Menschen Anspruch auf Leistungen. Dafür wurden rund 69,7 Millionen Euro ausgezahlt. In dem Betrag enthalten sind auch Aufwendungen für medizinische Behandlungen sowie Leistungen zur Pflege und Teilhabe.

Im Jahr davor hatte die Behörde noch weniger Anträge gezählt: 1.522. Damals erhielten etwa 3.090 Berechtigte rund 60 Millionen Euro.

Besonders gefordert war das ZBFS im Jahr 2025 nach mehreren schweren Gewalttaten, darunter der Messerangriff in Aschaffenburg im Januar und der Anschlag auf eine Gewerkschaftsdemonstration in München im Februar. Auch Taten in Mannheim und Hamburg spielten eine Rolle. Bei der Bearbeitung gilt das Wohnortprinzip: Maßgeblich ist also nicht der Tatort, sondern der Wohnsitz der Betroffenen. Anträge von Menschen aus Bayern werden deshalb auch dann im Freistaat bearbeitet, wenn die Tat anderswo verübt wurde.

Auch Leistungen für Kriegsopfer

Neben der Hilfe für Gewaltopfer ist das ZBFS ebenso für Entschädigungen zuständig, die auf Folgen des Zweiten Weltkriegs zurückgehen. Mehr als 80 Jahre nach Kriegsende erhielten in Bayern noch rund 2.500 Menschen entsprechende Leistungen. Im Jahr 2025 wurden dafür etwa 29,2 Millionen Euro ausgezahlt. Auch hier sind Kosten für Krankenbehandlung und Pflege enthalten.

Die Zahl der Anspruchsberechtigten sinkt nach Angaben der Behörde vor allem aus demografischen Gründen. Dennoch können weiterhin etwa Waisen oder Menschen Ansprüche haben, die durch Kriegsfolgen gesundheitliche Schäden erlitten haben – beispielsweise durch bislang unentdeckte oder nicht beseitigte Granaten, Minen oder Bomben.

2024 hatten laut ZBFS noch etwa 3.100 Menschen in Bayern Anspruch auf Versorgungsleistungen als Kriegsopfer. An sie wurden mehr als 34 Millionen Euro ausgezahlt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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