Bundesbank: Deutsche Wirtschaft startet mit leichtem Plus ins Jahr 2026
Trotz anhaltender Krisen sieht die Bundesbank die deutsche Wirtschaft zu Beginn des Jahres 2026 leicht im Wachstum. In ihrem Monatsbericht für April erklärt die Notenbank, dass das preis-, kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal wohl geringfügig gestiegen ist. Offizielle Zahlen für die ersten drei Monate des Jahres will das Statistische Bundesamt am Donnerstag, 30. April, veröffentlichen.
Nach Einschätzung der Bundesbank sprechen vor allem höhere Umsätze in der Industrie sowie zunehmende Warenexporte für einen kleinen positiven Wachstumsimpuls. Auch Umfragen aus dem März deuteten insgesamt noch auf eine stabile wirtschaftliche Lage hin. Daraus schließt die Notenbank, dass sich die negativen Folgen des Kriegs im Nahen Osten vermutlich erst zeitverzögert stärker bemerkbar machen.
Höhere Energiepreise drücken auf den privaten Verbrauch
Weniger günstig entwickelte sich laut Bundesbank der private Konsum im ersten Quartal. Besonders der Anstieg der Ölpreise infolge des Kriegs mit Iran dürfte die Verbraucher im März zusätzlich belastet haben. Vor allem Kraftstoffe und Heizöl verteuerten sich deutlich. Dadurch stieg die Inflationsrate im März auf 2,7 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit Januar 2024.
Gestiegene Preise bremsen den privaten Konsum. (Symbolbild)
Eine schnelle Entlastung erwartet die Bundesbank vorerst nicht. Ihrer Einschätzung nach dürfte die Teuerungsrate in den kommenden Monaten spürbar erhöht bleiben. Wie stark und wie lange der Inflationsschub anhält, hänge jedoch maßgeblich davon ab, wie sich der Konflikt im Nahen Osten weiterentwickelt.
Auch für das zweite Quartal nur verhaltene Perspektiven
Für die kommenden Monate bleiben die Konjunkturaussichten gedämpft. Aus heutiger Sicht sei im zweiten Quartal allenfalls mit einer weiteren leichten Ausweitung der Wirtschaftsleistung zu rechnen, so die Bundesbank. Zwar könnten die umfangreichen staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung die Konjunktur zunehmend stützen.
Gleichzeitig dürfte der Krieg im Nahen Osten die deutsche Wirtschaft aber stärker und auf breiter Front belasten. Die Notenbank verweist dabei insbesondere auf höhere Energiepreise, Probleme in den Lieferketten, größere Unsicherheit, gestiegene Zinsen und schwächere Exportperspektiven.
Zahlreiche Ökonomen haben ihre Erwartungen für das laufende Jahr zuletzt nach unten korrigiert. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute gehen inzwischen nur noch von einem Wachstum der deutschen Wirtschaft um 0,6 Prozent im Jahr 2026 aus. Vor dem Krieg mit Iran hatten viele Fachleute noch mit einem Plus von rund einem Prozent oder sogar mehr gerechnet. Im Jahr 2025 war Deutschland mit einem Wachstum von 0,2 Prozent nur knapp einem dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum in Folge entgangen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion