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Bis Mitternacht am Draht: das erste Ferngespräch

150 Jahre altes Telefon-Drama: Erst Stille, dann Bells «Ahoi!» – und ein Mitternachtsplausch, der Ärger brachte.

08.10.2026, 07:00 Uhr

Thomas Watson hörte zunächst gar nichts – und sprach später dennoch bis nach Mitternacht am Telefon. Das berühmte Gespräch mit Alexander Graham Bell jährt sich an diesem Freitag zum 150. Mal. Als erstes Ferngespräch über eine Telegrafenleitung gilt der 9. Oktober 1876.

Bell befand sich damals in seinem Labor in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts, während sein Assistent Watson rund zwei Meilen entfernt in Cambridge wartete. Die Verbindung lief über eine private Telegrafenleitung der Walworth Manufacturing Company. So beschrieb Watson später die frühen Telefonversuche. Zunächst blieb das Gerät stumm. Erst als er ein zusätzliches Bauteil aus dem Stromkreis entfernte, hörte er Bell rufen: „Ahoi, ahoi!“ Watson antwortete – und der Test war erfolgreich.

Gespräch bis tief in die Nacht

Offenbar beendeten die beiden das Gespräch nicht sofort. Watson schrieb später, dass sie aus Begeisterung über das Gelingen noch bis weit nach Mitternacht weiterredeten. Am folgenden Morgen habe sich die Vermieterin in Boston über den nächtlichen Lärm beschwert und sogar damit gedroht, das Labor räumen zu lassen.

Nach Watsons Darstellung sprach sich die Neuheit des Telefons schnell herum – sogar über die USA hinaus. Zahlreiche Neugierige kamen auf den Dachboden des einfachen Hauses, in dem Bell sein Labor eingerichtet hatte. Die Zahl der Wissenschaftler, die das neue Gerät dort sehen wollten, sei so groß gewesen, dass Watson scherzte, es habe fast wie ein Verzeichnis der „American Association for the Advancement of Science“ gewirkt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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