Fußball

Auch ohne Bier: Diese 5 Gründe lassen Klopp strahlen

Endlich der erste Sieg! Doch was Klopp nach dem 2:0 gegen Serbien wirklich begeistert, geht weit über das Ergebnis hinaus.

02.10.2026, 05:50 Uhr

Nach einer nächtlichen Busfahrt durch Bayern und mit wenig Schlaf richtete Jürgen Klopp den Blick schnell wieder nach vorn. Der erste Sieg als Bundestrainer, das 2:0 gegen Serbien, ist für ihn ein wichtiger Schub vor dem Abschluss des intensiven Viererblocks in der Nations League. Am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) will Deutschland in Thessaloniki gegen Griechenland Revanche für das 0:1 von Augsburg nehmen.

Viel Erleichterung nach dem ersten Sieg

Dass Klopp der Premierenerfolg viel bedeutete, war deutlich zu spüren. Nach der Niederlage gegen Griechenland habe er sich schlecht gefühlt, räumte er ein. Umso größer war nun die Erleichterung. Stolz und Glück überwogen, weil seine Mannschaft gegen Serbien vieles von dem umsetzte, was er sehen will.

Der Bundestrainer schwärmte von einem Auftritt mit viel Wucht und Aggressivität. Sinngemäß beschrieb er seine Spieler als von Beginn an angriffslustig und hochmotiviert. Genau diese Energie habe die Partie geprägt.

Der Klopp-Stil war erstmals klar zu erkennen

Gegenpressing, Tempo, Intensität, vertikales Spiel: Gegen Serbien zeigte die deutsche Mannschaft deutlich erkennbar die Handschrift ihres neuen Trainers. Klopp weiß, dass ihm im Nationalteam nur wenig Zeit bleibt, um Abläufe einzustudieren. Umso wichtiger war dieser Auftritt.

Nicht alles war perfekt, vor allem im Abschluss blieb Luft nach oben. Trotzdem sprach viel dafür, dass der eingeschlagene Weg funktionieren kann. Selbst im Ausland wurde der deutsche Stimmungsumschwung registriert. Die französische Sportzeitung L’Équipe sah bereits jenen "Heavy-Metal-Fußball", für den Klopp seit Jahren steht.

Wirtz, Pavlovic und Bischof geben einen Vorgeschmack

Besonders auffällig war das Mittelfeld-Trio mit Aleksandar Pavlovic, Tom Bischof und Florian Wirtz. Pavlovic lenkte das Spiel, Bischof war nahezu überall zu finden, und Wirtz drückte der Partie erneut seinen Stempel auf.

Der Offensivspieler erzielte ein Tor und bereitete den Treffer von Bischof vor. Vor allem aber wirkte er wieder frei, kreativ und zielstrebig. Das Zusammenspiel der drei war ein echter Funke für das deutsche Spiel: wenig Querpass-Fußball, stattdessen mutig nach vorn, schnell in die gefährlichen Räume und mit viel Zug über die Außen. Vieles daran erinnerte an die Zukunft, die Klopp dem DFB-Team geben will.

Keine Kimmich-Debatte gewünscht

Fragen zu Joshua Kimmich, der gegen Serbien nur auf der Tribüne saß, blockte Klopp früh ab. Er wollte nicht zulassen, dass aus dem starken Auftritt der jungen Elf eine Debatte gegen den Kapitän konstruiert wird.

Seine Botschaft war eindeutig: Der überzeugende Auftritt der zweiten Reihe ändert nichts am Stellenwert der etablierten Kräfte. Klopp braucht Kimmich im Zentrum, genauso wie andere Führungsspieler. Entscheidend sei für ihn nicht die einzelne Person, sondern dass der Fußball unabhängig von der Besetzung derselbe bleibe.

Gerade deshalb setzt er auf Alternativen. Verletzungen und Wechsel gehörten zu jeder Saison. Eine Nationalmannschaft dürfe nicht davon abhängen, dass nur mit ganz bestimmten Spielern derselbe Stil möglich sei.

Viele Debütanten – und noch mehr Kandidaten

Auch die zahlreichen Neulinge stehen weiter im Fokus. In seinen ersten drei Länderspielen als Bundestrainer hat Klopp bereits zehn Spieler zu Nationalspielern gemacht. Gegen Serbien debütierten allein Jonas Urbig, Derry Scherhant, Said El Mala, Mika Baur und Vitaly Janelt.

Mit den jungen Spielern zeigte sich Klopp sehr zufrieden. Besonders hob er Mika Baur hervor, der zugleich als 1.000. Nationalspieler in die DFB-Geschichte einging. Dass sich der eher schmal gebaute Profi bei Celtic Glasgow in der robusten schottischen Liga behauptet, imponiert ihm sichtbar.

Für das Griechenland-Spiel kommen sogar weitere Premieren infrage. Felix Keidel, Finn Jeltsch sowie die Torhüter Finn Dahmen und Noah Atubolu warten noch auf ihren ersten Einsatz. Wer sich für die nächsten Maßnahmen im November empfiehlt, ist noch offen.

Gegen Griechenland geht es um sehr viel

In der Nations League ist die Ausgangslage nach dem Sieg gegen Serbien wieder spannend. Deutschland steht bei vier Punkten, die Niederlande haben fünf, Griechenland sieben. Damit ist weiter alles möglich.

Die Partie in Thessaloniki hat allerdings großes Gewicht. Bei einer Niederlage wäre Platz eins in der Gruppe bereits außer Reichweite, Griechenland könnte dann nicht mehr eingeholt werden. Mit einem Sieg dagegen würde Deutschland mit viel Schwung ins Gruppenfinale im November gehen und das Viertelfinale weiter aus eigener Kraft erreichen können.

Klopp wollte unmittelbar nach dem Serbien-Spiel noch keine öffentliche Taktikdebatte führen. Klar ist aber: Nach dem 0:1 von Augsburg ist die Rechnung mit Griechenland noch offen.

Auch die Fans begeisterten Klopp

Neben der Leistung seiner Mannschaft freute Klopp noch etwas besonders: die Stimmung in der Allianz Arena. Das schwarz-rot-goldene Fahnenmeer und die enge Verbindung zwischen Team und Publikum machten den Abend für ihn zusätzlich speziell.

Dieses Zusammenspiel mit den Fans ist für ihn ein zentrales Thema. Die Mannschaft müsse Zeichen setzen und wolle das auch tun. Der Premierensieg gegen Serbien war für Klopp deshalb mehr als nur ein Ergebnis – er war ein erster Beleg dafür, wie seine Nationalmannschaft spielen und wie sie das Publikum wieder mitreißen soll.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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