Ausstellung mit Mozart-Figuren in Salzburg nach Diebstahl vorzeitig beendet
Eine frei zugängliche Kunstaktion des deutschen Künstlers Ottmar Hörl in Salzburg ist nach einem umfangreichen Diebstahl früher als geplant eingestellt worden. Nach Angaben der Internationalen Stiftung Mozarteum wurden aus dem Mirabellgarten 210 von insgesamt 320 goldfarbenen Mozart-Figuren entwendet.
Hörl zeigte sich über den Vorfall bestürzt. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte er, für einen Künstler sei es besonders schlimm, wenn sich die eigene Arbeit einfach auflöse. Zudem kritisierte er die fehlende Wertschätzung für seine Installation.
Die etwa 50 Zentimeter großen Skulpturen waren Mitte Juli anlässlich des 270. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart aufgestellt worden. Einer der Ausstellungsorte war der bei Touristen beliebte Mirabellgarten. Organisiert wurde das Projekt gemeinsam mit der Stiftung Mozarteum.
Künstler vermutet gezielten Diebstahl
Dass einzelne Urlauber die Figuren als Souvenir mitgenommen haben, hält Hörl für unwahrscheinlich. Seiner Einschätzung nach steckt eine organisierte Aktion dahinter. Vermutlich seien die Kunststofffiguren nachts aus dem bereits geschlossenen Park entfernt worden. Den Vorgang bezeichnete der Künstler als ziemlich dreist.
Einen spektakulären Millionenschaden gab es allerdings nicht: Nach dem Ende der Ausstellung sollten die kleinen Mozart-Figuren für jeweils 90 Euro verkauft werden. Trotzdem beläuft sich der Schaden für Hörl auf rund 20.000 Euro.
Da die Herstellerfirma der Skulpturen derzeit Betriebsurlaub hat, konnte kurzfristig kein Ersatz beschafft werden. Einige Dutzend der Figuren sind jedoch noch bis Ende August im Mozarteum sowie in Mozarts Geburtshaus in Salzburg zu sehen.

Ähnlicher Vorfall bereits in Bayreuth
Ottmar Hörl ist für Installationen bekannt, bei denen zahlreiche identische Figuren berühmter Persönlichkeiten gezeigt werden. In der Vergangenheit präsentierte er unter anderem Reihen von Schiller-, Goethe- oder Hölderlin-Figuren in deutschen Städten. Auch dabei kam es schon zu Diebstählen: In Bayreuth verschwanden einst 100 Wagner-Figuren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber