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20 Millionen fürs Schwimmen: Das plant der Bund

Erschreckende Zahlen: Viele Grundschulkinder können nicht sicher schwimmen. Jetzt soll ein Millionen-Programm alles ändern.

04.11.2026, 13:53 Uhr

Neues Schwimmförderprogramm für Kinder gestartet

Mit einem neuen Förderprogramm wollen das Bundeskanzleramt, der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mehr Kindern in Deutschland den Zugang zu Schwimmangeboten erleichtern. Dafür stehen nach Angaben der Beteiligten jährlich fünf Millionen Euro bereit.

Förderanträge können ab sofort von nicht-öffentlichen Trägern wie Vereinen, Kitas oder Schwimmschulen gestellt werden. Die Frist läuft bis zum 31. Januar 2027. Das Bundesprogramm „Deutschland lernt Schwimmen“ ist auf vier Jahre angelegt und insgesamt mit 20 Millionen Euro ausgestattet. Ausführliche Informationen gibt es auf der Website des DSV.

Viele Kinder schwimmen nicht sicher

Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt, betonte, dass sicheres Schwimmen nicht nur lebenswichtig sei. Wer sicher schwimmen könne, gewinne auch Selbstvertrauen, könne leichter an Klassenfahrten und Ferienangeboten teilnehmen und bekomme besseren Zugang zu gesunder Bewegung.

Nach Schätzungen können rund 40 Prozent der Grundschulkinder in Deutschland am Ende der Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Etwa 20 Prozent können demnach gar nicht schwimmen.

DLRG-Präsidentin Ute Vogt erklärte, ein Kind gelte erst dann als sicher schwimmend, wenn es nicht nur über Wasser bleiben könne, sondern 15 Minuten eigenständig im tiefen Wasser schwimmt.

Wofür die Mittel eingesetzt werden sollen

Das Förderprogramm setzt nicht auf den Neubau von Schwimmbädern. Stattdessen stehen eine bessere Vernetzung vor Ort (Säule 1) und mehr Koordination (Säule 2) im Mittelpunkt. In einem späteren dritten Schritt sollen zudem mehr qualifizierte Schwimmlehrkräfte ausgebildet werden. Dieser Bereich ist jedoch nicht Teil des aktuellen Förderaufrufs.

Über die erste Säule können Einrichtungen das Geld zum Beispiel dafür nutzen, einen Bus zu mieten, damit Kinder überhaupt zur nächsten Schwimmhalle kommen. Gerade im ländlichen Raum seien Bäder oft weit entfernt. Ebenso können Vereine mit den Mitteln zusätzliche Schwimmkurse anbieten.

Die zweite Säule sieht vor, hauptamtliche Schwimmlotsen einzusetzen. Sie sollen Ehrenamtliche in den Vereinen entlasten, Schulen und Vereine zusammenbringen und freie Kapazitäten bei Kursen oder Trainingszeiten besser koordinieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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