Deutschland hat rechnerisch bereits an diesem Sonntag die natürlichen Ressourcen verbraucht, die eigentlich für das gesamte Jahr ausreichen müssten. Das geht aus den Berechnungen des Global Footprint Network hervor, das den sogenannten Erdüberlastungstag jedes Jahr für einzelne Staaten und für die Erde insgesamt ermittelt. Würden weltweit alle Menschen so viele Rohstoffe nutzen und so viel CO2 verursachen wie die Bevölkerung in Deutschland, wäre die ökologische Jahresleistung des Planeten schon nach dem ersten Drittel des Jahres erschöpft.
Nach Angaben des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist vor allem der hohe Einsatz fossiler Energieträger für den übermäßigen Ressourcenverbrauch verantwortlich. Besonders ins Gewicht fielen energieintensive Industrien, der Gebäudebereich, der Straßenverkehr sowie die industrielle Tierhaltung. Die Folgen seien längst sichtbar, etwa in Form von Dürren, Starkregen und wachsender Hitze in Städten.
Warum sich der Termin 2026 nach hinten verschoben hat
BUND-Chef Olaf Bandt erklärte, der derzeitige Lebens- und Wirtschaftsstil sei nicht tragfähig für die Zukunft. Statt konsequent auf erneuerbare Energien umzusteigen, halte Deutschland weiter an Kohle, Öl und Gas fest. Mehr Energie aus Sonne und Wind, der Einsatz von Wärmepumpen und kleinere, leichtere, sparsame Elektroautos könnten hingegen Unabhängigkeit, Planungssicherheit und besseren Klimaschutz fördern.
Im Jahr 2025 fiel der deutsche Erdüberlastungstag bereits auf den 3. Mai. Dass der Stichtag diesmal etwa eine Woche später liegt, ist jedoch laut den Angaben nicht auf ein nachhaltigeres Verhalten zurückzuführen. Ausschlaggebend seien vor allem aktualisierte Datengrundlagen und veränderte Berechnungsmethoden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion