Wirtschaft

Allianz warnt: Insolvenzwelle ebbt auch 2027 nicht ab

Alarm bei Firmenpleiten: Fast 26.000 Insolvenzen pro Jahr drohen – doch ausgerechnet danach könnte die Wende kommen.

27.10.2026, 06:00 Uhr

Allianz Trade erwartet weiter hohe Zahl an Firmenpleiten

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Kreditversicherers Allianz Trade auch im kommenden Jahr auf hohem Niveau bleiben. Die Hamburger Allianz-Tochter rechnet sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr mit jeweils 25.900 Fällen. Eine ähnlich hohe Zahl hatte es zuletzt 2013 gegeben – am Ende der europäischen Schuldenkrise.

Deutschland-Chef Milo Bogaerts sieht vorerst keine Entlastung für die Unternehmen. Als Gründe nannte er den andauernden Konflikt mit dem Iran, die schwache Wirtschaftslage, den Mangel an Fachkräften sowie hohe laufende Kosten.

Besonders stark betroffen seien nach Angaben von Bogaerts die Bereiche Transport und Logistik, Bau, Gastgewerbe sowie die Automobil- und Maschinenbauindustrie.

Insolvenzzahlen legen weiter zu

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland stetig gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr 24.064 Unternehmenspleiten registriert. In den beiden Jahren zuvor lagen die Werte bei 21.812 beziehungsweise 17.814 Fällen.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres meldete das Bundesamt 12.812 Insolvenzen. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Plus von 6,7 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet Allianz Trade einen Anstieg um acht Prozent.

Zuletzt hatten unter anderem die Insolvenzen der Warenhauskette Galeria, des Discounters Kodi und des Batterieherstellers Varta für Aufmerksamkeit gesorgt.

Rückgang erst ab 2028 erwartet

Für 2028 stellt Allianz Trade einen leichten Rückgang in Aussicht. Dann könnte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um fünf Prozent auf 24.600 Fälle sinken. Als Begründung verweist der Kreditversicherer darauf, dass die Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung bis dahin stärker wirken könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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