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100 Tage isoliert: So erging es sechs Menschen

100 Tage eingesperrt für die Mars-Forschung: Jetzt sind die sechs Freiwilligen wieder frei – und ihre Erkenntnisse könnten überraschen.

08.08.2026, 12:48 Uhr

Nach 100 Tagen unter abgeschotteten Bedingungen haben sechs Teilnehmende des Forschungsprojekts SOLIS100 die Simulationsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln wieder verlassen. Die europäische Gruppe mit je drei Frauen und drei Männern im Alter zwischen 26 und 32 Jahren kehrte am Freitag nach einer abschließenden Regenerationsphase in den Alltag zurück.

Die im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) durchgeführte Studie sollte klären, wie sich lange Missionen unter extremen Bedingungen – etwa zum Mond oder Mars – auf Gesundheit und Leistungsvermögen auswirken. Dafür lebten die Testpersonen aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Portugal mehr als drei Monate lang isoliert von der Außenwelt in engen Räumen ohne Tageslicht.

Während der rund 14 Wochen standen ihnen nur begrenzte Vorräte zur Verfügung, etwa haltbare Lebensmittel, zudem mussten sie auf direkten Kontakt zu Familie und Freunden verzichten. Ihr Tagesablauf bestand aus wissenschaftlichen Aufgaben, medizinischen Untersuchungen, einem festen Trainingsprogramm sowie Arbeiten zum Betrieb der Station. Die Verbindung zum Kontrollzentrum lief überwiegend über eine Sprechanlage.

Wichtige Erkenntnisse für künftige Raumflüge

Nach Angaben von DLR-Bereichsvorständin Anke Pagels-Kerp sind solche Studien entscheidend, um Astronautinnen und Astronauten auf die psychischen und körperlichen Belastungen kommender Mond- und Marsmissionen vorzubereiten. Projektleiterin Amelie Therre betonte, dass SOLIS100 auch dazu beitrage, Daten zu vereinheitlichen und damit künftige Hilfsmaßnahmen für Raumfahrtcrews besser vergleichbar zu machen.

DLR-Isolationsstudie SOLIS100 nach 100 Tagen beendet
Die sechs Testpersonen beim Verlassen der Simulationsanlage Quelle: —/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)/dpa

Die Isolation wurde in einer speziellen Forschungsanlage durchgeführt, die international für Untersuchungen unter extremen Umweltbedingungen genutzt wird. Einschließlich Vorbereitung und Nachuntersuchungen lief das gesamte Projekt über 126 Tage. In der einwöchigen Nachbeobachtung nach dem Verlassen der Anlage am 1. August sammelten die Forschenden weitere Daten zum körperlichen und geistigen Zustand der Crew.

Nun beginnt für das Studienteam die Auswertung aller erhobenen Informationen aus der Zeit vor, während und nach der Isolation, um die Folgen eines solchen Langzeiteinsatzes genauer zu bestimmen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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