Wirtschaft

«Zukunftsdepot»: So schenkt Österreich Kindern mehr Geld

500 Euro vom Staat für Kinder? Österreichs Zukunftsdepot soll jungen Menschen den Start ins Erwachsenenleben erleichtern.

20.10.2026, 11:28 Uhr

Österreich startet Zukunftsdepots für Kinder

Österreich will den langfristigen Vermögensaufbau junger Menschen künftig schon von Geburt an unterstützen. Dafür plant die Regierung sogenannte Zukunftsdepots, die mit staatlichem Startkapital und steuerlichen Vorteilen ausgestattet werden.

Familien sollen für ihre Kinder bis zu 5.000 Euro pro Jahr in Investmentfonds einzahlen können. Über das angesparte Geld kann allerdings erst ab dem 18. Lebensjahr verfügt werden. Nach Angaben von Familienministerin Claudia Bauer soll das Kapital dann etwa für den Führerschein, eine Ausbildung, die erste eigene Wohnung oder für weitere Investments genutzt werden können.

Die Ministerin erklärte, Ziel sei es, Jugendlichen einen besseren Start ins Erwachsenenleben zu ermöglichen und zugleich das Bewusstsein für die eigene finanzielle Verantwortung zu stärken.

500 Euro vom Staat zum Start

Ab Anfang 2027 soll jedes Neugeborene vom Staat 500 Euro als erste Einzahlung erhalten. Die Zukunftsdepots sollen jedoch nicht nur für Babys offenstehen, sondern grundsätzlich für alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre. Die Einrichtung der Depots bei Banken ist voraussichtlich ab Juli möglich.

Ein weiterer Anreiz: Kursgewinne bleiben steuerfrei, es fällt also keine Kapitalertragsteuer an.

Unterschied zum deutschen Modell

Mit diesem Konzept wählt Österreich einen anderen Ansatz als Deutschland. Dort hatte der Bundestag erst kürzlich eine Frühstartrente beschlossen. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren sollen dabei monatlich 10 Euro vom Staat erhalten.

Während das deutsche Modell vor allem der privaten Altersvorsorge dient, ist die österreichische Lösung eher als finanzielle Starthilfe für den Übergang ins Erwachsenenleben gedacht. In beiden Ländern wird jedoch betont, dass solche Modelle auch die finanzielle Bildung junger Menschen fördern sollen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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