Wirtschaft

Darum kommen Europas Nudeln aus Italien

Italien dominiert Europas Pasta klar – doch ausgerechnet beim Ei macht Deutschland bis heute sein ganz eigenes Nudel-Ding.

20.10.2026, 08:40 Uhr

Italien dominiert Europas Nudelproduktion

Italien bleibt in der EU mit großem Abstand der wichtigste Hersteller von Teigwaren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf Basis von Eurostat-Daten wurden dort im vergangenen Jahr rund 4,2 Millionen Tonnen Nudeln produziert. Das entsprach 69 Prozent der gesamten EU-Produktion von 6,1 Millionen Tonnen.

Auf Rang zwei lag Spanien mit 379.000 Tonnen und einem Anteil von 6 Prozent. Deutschland folgte mit gut 304.000 Tonnen auf Platz drei. Damit kamen 5 Prozent der in Europa hergestellten Nudeln aus Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr, als knapp 290.000 Tonnen verzeichnet wurden, legte die Produktion zu. Erfasst wurde die verkaufte Produktionsmenge ungekochter Teigwaren.

Nudeln in Deutschland so beliebt wie lange nicht

Besonders gefragt sind Nudelgerichte in Deutschland. Nach Angaben des Verbands der deutschen Getreideverarbeiter und Stärkehersteller hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch seit 1990 auf 10,1 Kilogramm mehr als verdoppelt. Einer Yougov-Umfrage zufolge essen knapp zwei Drittel der Menschen in Deutschland, nämlich 63 Prozent, mindestens einmal pro Woche ein Nudelgericht.

Im direkten Vergleich mit anderen Sättigungsbeilagen schneiden Nudeln ebenfalls stark ab: 46 Prozent der Befragten nannten sie als Favoriten, 39 Prozent entschieden sich für Kartoffeln und 12 Prozent für Reis. Vor allem Jüngere bevorzugen demnach deutlich Pasta, während Menschen aus der Boomer-Generation mehrheitlich Kartoffeln favorisieren.

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher verbinden Nudeln laut Yougov vor allem mit schnellen und praktischen Mahlzeiten. Genannt werden auch schnelle Sättigung und gemeinsames Essen mit der Familie. Dazu passt, dass sich getrocknete Nudeln rasch mit vorgekochten Produkten wie Saucen zubereiten lassen. Zudem wächst nach Branchenangaben das Angebot an frischen Nudeln im Kühlregal.

Eiernudel bleibt deutsche Spezialität

In Deutschland spielt die Eiernudel weiterhin eine deutlich größere Rolle als in vielen anderen Ländern. 46 Prozent der hier produzierten Nudeln enthielten Ei. In Italien lag dieser Anteil nur bei 17 Prozent, in Spanien sogar bei lediglich 2 Prozent.

Allerdings verliert die Eiernudel auch hierzulande an Bedeutung. Nach früheren Angaben des Bundesamts werden seit 2023 in Deutschland mehr Nudeln ohne Ei hergestellt als eihaltige Produkte. Obwohl der Nudelverbrauch insgesamt steigt, ist die Produktion deutscher Eiernudeln binnen zehn Jahren um mehr als ein Viertel zurückgegangen.

Mehr Hartweizen aus heimischem Anbau

Zugleich gewinnt heimischer Hartweizen für die deutsche Nudelproduktion an Bedeutung. Dem Stärkeverband zufolge wurden im vergangenen Jahr in den acht deutschen Mühlen 464.000 Tonnen Durum vermahlen. Nur ein kleinerer Teil müsse noch importiert werden, da die zuletzt geschätzte Erntemenge auf 361.400 Tonnen gestiegen sei. Hartweizen gedeiht besonders gut in sonnigen und trockenen Regionen.

Spaghetti bleiben die Nummer eins

Bei den gekauften Sorten liegen Spaghetti trotz eines leichten Absatzrückgangs weiter vorn. Nach Yougov folgen auf Platz zwei Fusilli, auf Platz drei Penne und auf Platz vier Spätzle. Zuwächse verzeichnen vor allem kleinere Formen wie Farfalle, Hörnchennudeln und Muscheln. Außerdem steigt die Nachfrage nach glutenfreien Nudeln, während Eiernudeln und Vollkornprodukte seltener gekauft werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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