Nach dem Durchzug des Sturmtiefs „Adam“ mit sintflutartigen Regenfällen und schweren Überschwemmungen hat sich die Lage an Spaniens Mittelmeerküste inzwischen weitgehend beruhigt. In der besonders stark betroffenen Ferienregion Valencia wurden sämtliche Unwetterwarnungen aufgehoben. Auch die zeitweise verhängten Ausgangsbeschränkungen für mehr als 800.000 Menschen gelten nicht mehr.
Auf den Balearen mit Mallorca sowie in einem kleinen Teil Kataloniens blieb bis zum Nachmittag noch die gelbe Warnstufe des Wetterdienstes Aemet bestehen. An der Playa de Palma sollte der Regen im Laufe des Tages jedoch freundlichem, teils strahlendem Wetter mit Temperaturen von über 20 Grad weichen.
Schwere Schäden und fünf Todesopfer
Vor allem am Montag hatte „Adam“ in der Region Valencia massive Verwüstungen verursacht. Straßen, Häuser und Campingplätze standen unter Wasser, Flüsse traten über die Ufer, und Autos wurden von den Fluten mitgerissen. Mehr als 1.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht beziehungsweise gerettet werden.
Insgesamt kamen bei dem Unwetter fünf Menschen ums Leben: drei in der Autonomen Gemeinschaft Valencia sowie jeweils eine Person in Katalonien und Andalusien.
Extremwerte bei den Niederschlägen
Nach Angaben von Aemet wurden in der Küstengemeinde Oliva, rund 70 Kilometer südlich von Valencia, innerhalb von 24 Stunden gut 530 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Dort wurden auch zwei Leichen geborgen. In Pego in der Provinz Alicante lag der Wert sogar bei mehr als 620 Litern.
Zum Vergleich: In Hamburg fallen im langjährigen Mittel weniger als 800 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Jahr.
Sánchez erklärt betroffene Gebiete zu Notstandszonen
Bei einem Besuch in Oliva erklärte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez die betroffenen Regionen zu Notstandszonen, damit Hilfen schneller bereitgestellt werden können. Zugleich warb er für einen nationalen Pakt gegen den Klimanotstand. Die jüngsten Ereignisse stünden, so Sánchez, auch im Zusammenhang mit einer klimatischen Entwicklung, vor der die Wissenschaft seit Jahren warne.
Alltag kehrt nur langsam zurück
In vielen betroffenen Orten normalisiert sich die Lage allmählich. Dennoch sind die Folgen der Wassermassen weiterhin deutlich sichtbar. Mehrere Straßen bleiben gesperrt, Häuser und öffentliche Einrichtungen müssen von Wasser und Schlamm befreit werden. In sechs besonders betroffenen Orten blieben die Schulen zunächst geschlossen.
Mallorca vergleichsweise glimpflich davongekommen
Auf Mallorca und den umliegenden Inseln blieb die Lage deutlich weniger dramatisch. Die Rettungsdienste registrierten dennoch rund 300 Zwischenfälle, darunter umgestürzte Bäume, überflutete Gebäude und Straßen sowie Gefahren durch mögliche Einstürze.
Auch der Flugverkehr war spürbar beeinträchtigt. Der Unterricht war vorsorglich abgesagt worden. Für Mittwoch bestehen jedoch keine Wetterwarnungen mehr. Erst zum Wochenende könnte es erneut Schauer geben, die allerdings deutlich schwächer ausfallen dürften.
Die aktuellen Überschwemmungen riefen in Spanien Erinnerungen an die verheerende Flutkatastrophe vom Oktober 2024 wach, bei der in der Region Valencia mehr als 230 Menschen starben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber