Wirtschaftsverbände in den USA und Kanada drängen im eskalierten Zollkonflikt auf neue Gespräche. Vertreter beider Länder warnen, dass zusätzliche Abgaben Unternehmen und Verbraucher in den USA belasten, zentrale Lieferketten beeinträchtigen und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen schwächen könnten.
Joshua Bolten, Vorsitzender der US-Managervereinigung Business Roundtable, forderte beide Regierungen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und schädliche Zölle wieder abzubauen. Ähnlich äußerte sich Dennis Darby, Präsident des kanadischen Industrieverbandes. Der Zeitung Globe and Mail sagte er, wünschenswert wäre eine schnelle Wiederaufnahme der Gespräche, kurzfristig rechne er jedoch nicht damit.
Darby gehört zudem dem Beratungsgremium von Premierminister Mark Carney für die Wirtschaftsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten an. Besonders kritisch sei die anhaltende Unsicherheit für Unternehmen. Ein dauerhaftes Hin und Her könne die Bereitschaft zu Investitionen schwächen und das Vertrauen der Firmen in ihre Entscheidungen untergraben, warnte er. Die wirtschaftliche Lage sei bereits unsicher gewesen und drohe nun noch instabiler zu werden.
Auch aus der US-Politik kam Kritik. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul bezeichnete den Zollstreit auf der Plattform X als überflüssig und warnte vor höheren Preisen für amerikanische Verbraucher.
Unterhändler beider Länder hatten noch bis in die Nacht zum Samstag versucht, mit einer Einigung die von Donald Trump angekündigten Zölle zu verhindern. Trump hatte im Juli neue Abgaben von 50 Prozent auf verschiedene Waren angekündigt, darunter Hockeyschläger, Möbel und Wein. Kanadas Premierminister Mark Carney reagierte am Samstag mit der Ankündigung von Gegenzöllen, die ab dem 8. September gelten sollen. Nach Angaben aus den USA sind derzeit keine weiteren Gespräche vorgesehen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber