Die Spieler des TSV 1860 München wurden nach ihrem engagierten Auftritt im DFB-Pokal von den Fans wie Gewinner gefeiert. Zwar verlor der Traditionsclub in der ersten Runde mit 0:2 (0:1) gegen den Zweitligisten Holstein Kiel, doch die Vorstellung im ausverkauften Grünwalder Stadion machte deutlich, dass die Münchner weit mehr sind als nur ein Regionalligist.
Torwart Vitus Eicher sprach nach der Partie vor 15.000 Zuschauern von einem starken Auftritt seiner Mannschaft. Man habe alles auf dem Platz gelassen, weshalb das Ausscheiden besonders schmerze. Gleichzeitig könne das Team aber stolz auf seine Leistung sein. Für ihn sei es ein Auftritt gewesen, der Zuversicht für die kommenden Aufgaben gebe.
TSV 1860 sieht sich auf gutem Weg
Nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga und den anhaltenden Turbulenzen rund um Investor Hasan Ismaik bot das Pokalspiel gegen Kiel eine willkommene Unterbrechung des schwierigen Alltags. Vier Jahre nach dem letzten Auftritt im DFB-Pokal feierten die Münchner ihr Comeback im Wettbewerb. Dabei wurde auch sichtbar, dass sich 1860 langfristig nicht mit Gegnern wie Aubstadt oder Memmingen messen möchte.
Eicher betonte, dass der Club nach dem schwierigen Sommer trotzdem absolut im Plan liege. Er spielte damit auf das Chaos an, das durch die verweigerte Finanzierungszusage Ismaiks entstanden war. Aus seiner Sicht befindet sich die Mannschaft auf einem sehr ordentlichen Weg. Wenn dieser Trend anhalte, könne 1860 eine erfolgreiche Saison spielen.
Viel Mut, besonders von den jungen Spielern
Mit acht Punkten aus vier Spielen ist 1860 ordentlich in die Regionalliga-Saison gestartet. Abgesehen vom Pokalspiel ist das Team weiterhin ungeschlagen. Eicher hob vor allem den Mut hervor, den die Mannschaft gezeigt habe. Gerade die jungen Spieler hätten großen Einsatz und Selbstvertrauen bewiesen. Das sei beeindruckend gewesen.

In der ersten Halbzeit hatte Kiel noch klarere Vorteile. Nach der Pause aber steigerten sich die Münchner deutlich, warfen alles nach vorne und drängten auf den Ausgleich. Am Ende fehlte nicht viel, um zumindest eine Verlängerung zu erzwingen.
Nächster Gegner ist der TSV Landsberg
Auch Spielmacher Tunay Deniz zeigte sich mit dem Auftritt zufrieden. Die Mannschaft habe alles investiert und könne deshalb mit ihrer Leistung leben. Mit zwei gefährlichen Distanzschüssen sorgte er selbst für Gefahr und brachte Kiels Torwart Lio Rothenhagen mehrfach in Bedrängnis. Gleichzeitig machte Deniz deutlich, dass das Team noch nicht auf dem Niveau angekommen sei, das es anstrebe. Es gebe weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten.
Vor allem vor dem gegnerischen Tor müsse 1860 noch abgeklärter werden. In der kommenden Trainingswoche bleibt Zeit, genau daran zu arbeiten, bevor am Sonntag das Heimspiel gegen den TSV Landsberg ansteht. Trainer Alper Kayabunar zeigte sich nach dem Auftritt seiner Mannschaft jedenfalls stolz auf die Leistung und den großen Einsatz seiner "Löwen".
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber