Augsburg nimmt Pokalhürde in Cottbus – vor Schalke bleibt dennoch Luft nach oben
Der FC Augsburg ist mit einem mühsam erkämpften 2:0 beim FC Energie Cottbus in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Trainer Manuel Baum zeigte sich nach dem Erfolg vor allem deshalb zufrieden, weil der engagierte Auftritt des Zweitliga-Aufsteigers seinem Team noch einmal eine echte Standortbestimmung bot. Aus Sicht des Coaches war es eine Partie auf hohem Niveau, die wichtige Erkenntnisse mit Blick auf den Bundesliga-Auftakt gegen Schalke 04 lieferte.
Trotz des Weiterkommens wollte Baum die Leistung seiner Mannschaft nicht schönreden. Augsburg habe sich phasenweise schwergetan und müsse für den Ligastart noch deutlich zulegen. Statt spielerischer Souveränität war vor allem Leidensfähigkeit gefragt – die Probe wurde bestanden, restlos überzeugend war der Auftritt aber nicht.
Das Zu-null-Spiel macht Mut
Kritisch sah Baum vor allem die vielen technischen Unsauberkeiten. Besonders nach Ballgewinnen habe sein Team noch zu viele Fehler gemacht. Immerhin stand hinten die Null – ein Aspekt, der nach den jüngsten Testspielniederlagen gegen Bournemouth (2:5) und Leeds United (0:4) von Bedeutung war.
Torhüter Finn Dahmen hatte daran entscheidenden Anteil. Mit guter Positionierung und mehreren starken Paraden verhinderte er einen Gegentreffer. Dennoch sah auch der Schlussmann noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Sowohl gegen den Ball als auch im eigenen Ballbesitz sei noch nicht alles stimmig gewesen. Positiv sei jedoch, dass die Mannschaft eine Runde weiter ist und darauf nun aufbauen könne.

Führungstreffer als Wendepunkt
Für Erleichterung sorgte Anton Kade kurz nach der Pause mit dem 1:0 in der 50. Minute. Erst danach bekam Augsburg mehr Kontrolle über die Begegnung. Dennoch blieb die Frage, warum der Klassenunterschied über weite Strecken weder spielerisch noch in Sachen Durchsetzungskraft klar sichtbar wurde. Die endgültige Entscheidung fiel erst tief in der Nachspielzeit, als Kristijan Jakic zum 2:0 traf.
Der FCA beschränkte sich häufig aufs Reagieren und kam damit dem emotionalen Spiel der Cottbuser eher entgegen. Mehr Mut und mehr eigene Akzente wären durchaus möglich gewesen. Genau das dürfte am kommenden Sonntag gegen Schalke nötig sein, denn auch der Aufsteiger wird mit viel Leidenschaft auftreten.
Warnung vor einem Fehlstart in der Liga
Zugleich will Augsburg vermeiden, dass sich ein ähnlicher Saisonbeginn wie im Vorjahr wiederholt. Damals folgte auf ein 2:0 im Pokal beim Halleschen FC in den ersten fünf Ligapartien nur ein einziger Sieg.
Torschütze Kade wollte nach dem Erfolg jedoch lieber die positiven Seiten betonen. Der Sieg in Cottbus habe der Mannschaft viel Energie gegeben und den Zusammenhalt gestärkt. Vor allem die Art, wie defensiv gearbeitet wurde, könne als Maßstab für das Schalke-Spiel dienen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber