Wirtschaft

Wirtschaftsflaute trifft Azubis: Übernahmen brechen ein

Die Krise bremst Azubis aus: Wo jetzt die besten Übernahmechancen winken – und in welchen Branchen es richtig eng wird.

06.08.2026, 12:24 Uhr

Nürnberg. Nach mehreren Jahren schwacher Konjunktur übernehmen Betriebe ihre Auszubildenden seltener direkt nach dem Abschluss. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte, lag die Übernahmequote 2025 bei 75 Prozent. Im Vorjahr hatte sie mit 79 Prozent noch einen Höchststand erreicht.

Weiterhin vergleichsweise hoch bleibt zugleich der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen. Zwar sank diese Quote auf 30 Prozent und liegt damit unter dem Niveau der vergangenen Jahre, sie ist aber immer noch auffällig hoch. IAB-Forscherin Barbara Schwengler sprach von einer widersprüchlichen Entwicklung: Trotz einer wachsenden Zahl junger Menschen ohne Ausbildungsplatz dürfte der Anteil nicht besetzter Lehrstellen hoch bleiben.

Angebot und Nachfrage passen oft nicht zusammen

Nach Einschätzung der Arbeitsmarktforscher gibt es dafür seit längerem vor allem zwei Gründe: Entweder fehlen Bewerberinnen und Bewerbern die nötigen Qualifikationen, oder sie leben nicht dort, wo Ausbildungsplätze angeboten werden. IAB-Direktor Bernd Fitzenberger betonte, Jugendliche und Unternehmen müssten besser zusammengebracht werden, um einen weiteren Rückgang am Ausbildungsmarkt zu verhindern.

Besonders gute Chancen auf eine Weiterbeschäftigung haben Auszubildende derzeit in den Bereichen Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Abfallwirtschaft, Finanz- und Versicherungswesen sowie in der öffentlichen Verwaltung. In diesen Branchen wurden 2025 jeweils rund 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen übernommen.

Die Industrie lag mit einer Übernahmequote von 77 Prozent weiterhin über dem Durchschnitt, auch wenn sie innerhalb eines Jahres um fünf Prozentpunkte zurückging. Deutlich schlechter fiel der Wert in der Landwirtschaft aus: Dort wurden nur 44 Prozent der Ausgebildeten weiterbeschäftigt.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit meldeten sich im laufenden Ausbildungsjahr 418.000 Bewerberinnen und Bewerber bei Arbeitsagenturen und Jobcentern auf der Suche nach einer Lehrstelle. Das sind 4.000 mehr als im Juli 2025. Bis Juli erklärten 126.000 von ihnen, dass sie bereits erfolgreich waren.

Dem standen laut BA-Statistik 437.000 gemeldete Ausbildungsplätze gegenüber. Das waren allerdings 35.000 weniger als noch im Juli 2025.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen