Rose-Tattoo-Sänger Angry Anderson mit 79 Jahren gestorben
Die australische Rockwelt trauert um eine ihrer bekanntesten Persönlichkeiten: Angry Anderson, Sänger der Hardrock-Band Rose Tattoo, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Nach übereinstimmenden Berichten australischer Medien starb er am Montagabend im Kreis seiner Familie. Die Informationen berufen sich auf Mitteilungen seiner Angehörigen und seiner Bandkollegen.
In einem Instagram-Statement würdigte Rose Tattoo den Musiker als liebevollen Vater und als geschätzten Freund sowie festen Bestandteil der Musik- und Unterhaltungsszene. Sein Tod hinterlasse nicht nur in Australien, sondern auch weltweit eine große Lücke. Anderson, dessen voller Name Gary Stephen Anderson war, gehörte der Band seit ihrer Gründung 1976 an und prägte sie über Jahrzehnte als Gesicht und Stimme.
Europa-Tour wegen Erkrankung gestoppt
Seit Juli war Rose Tattoo mit der "One Last Ride Tour" unterwegs. Im August musste die Gruppe ihre Europakonzerte jedoch vorzeitig absagen, nachdem Anderson gesundheitliche Probleme bekommen hatte.
Damals teilte die Band mit, der Sänger befinde sich im Krankenhaus. Zugleich äußerte sie ihr Bedauern darüber, die laufende Tour nicht wie geplant fortsetzen und die restlichen Auftritte nicht spielen zu können.
Zuvor hatte Rose Tattoo noch in Köln auf der Bühne gestanden. Ende Juli war die Band außerdem beim Metal-Festival in Wacken aufgetreten. Weitere geplante Shows, darunter in München, Graz, Budapest, Berlin und Hamburg, fielen anschließend aus.
Erfolge mit Rose Tattoo und als Solokünstler
Rose Tattoo zählt zu den wichtigsten Hardrock-Bands Australiens. Zu ihren bekanntesten Songs gehören "Bad Boy for Love", "Rock ’n‘ Roll Outlaw" und "Stuck on You".
Auch solo feierte Anderson große Erfolge. 1987 gelang ihm mit der Ballade "Suddenly" sein größter Hit. Das Lied wurde vor allem durch die Fernsehserie "Neighbours" populär, wo es bei der Hochzeit der Figuren Scott und Charlene zu hören war, gespielt von Jason Donovan und Kylie Minogue. In Australien erreichte der Song Rang zwei der Charts, in Großbritannien Platz drei.
Bekannt auch aus Film und Musical
Anderson machte sich zudem abseits der Rockmusik einen Namen. 1985 war er im Film "Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel" als Gangster Ironbar zu sehen. 1992 übernahm er in der australischen Bühnenfassung von "Jesus Christ Superstar" die Rolle des König Herodes.
Nach seinem Tod baten Familie und Band um Privatsphäre. Zugleich dankten sie den Fans für ihre Anteilnahme.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber