Wirtschaft

Warum Japan jetzt auf Proxima Fusion setzt

Durchbruch für Proxima Fusion? Das Start-up hat starke Partner an Bord – und plant nun sogar eine Schlüssel-Fabrik in Niedersachsen.

28.10.2026, 08:30 Uhr

Proxima Fusion gewinnt japanische Partner für Reaktorpläne und Fertigung in Niedersachsen

Das Münchner Start-up Proxima Fusion hat für seine Pläne zum Bau von Fusionsreaktoren in Deutschland Unterstützung aus Japan gesichert. Nach Unternehmensangaben wurden am Rande der Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz zwei Absichtserklärungen mit den japanischen Firmen Fujikura und Kyoto Fusioneering unterzeichnet. Aus einer der Vereinbarungen soll eine Fertigung in Niedersachsen hervorgehen.

Konkret geht es um die bereits im September angekündigte Fabrik für Hochtemperatur-Supraleiter-Band (HTS-Band). Proxima Fusion will dort bis Ende 2029 rund 140 Millionen Euro investieren. Das Land Niedersachsen hat dafür Fördermittel von bis zu 21 Millionen Euro zugesagt – allerdings unter der Bedingung, dass das Unternehmen einen erfahrenen Partner für diesen Bereich findet.

Mit Fujikura ist ein solcher Industriepartner nun an Bord. Der Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Konzern produziert das Material bereits seit längerer Zeit. Für Fusionsanlagen in Stellarator-Bauweise ist dieses Band entscheidend, weil sich nur mit Supraleitern Magnetfelder erzeugen lassen, die stark genug sind, um das extrem heiße Plasma im Reaktor zusammenzuhalten.

Zehntausende Kilometer Band für geplante Anlagen

Wie Mitgründer und Unternehmenschef Francesco Sciortino erklärte, bringt Proxima das Kapital für die Fertigung ein, während Fujikura vor allem technisches Know-how beisteuert. Zugleich wäre Proxima selbst ein wichtiger erster Kunde: Für das für den Anfang der 2030er-Jahre geplante Demonstrator-Kraftwerk Alpha werden nach Firmenangaben rund 20.000 Kilometer HTS-Band benötigt. Für das geplante Fusionskraftwerk Stellaris rechnet das Start-up mit weiteren 40.000 Kilometern.

Bislang wird das Material überwiegend außerhalb Europas hergestellt. Die geplante Produktion in Niedersachsen soll daher nicht nur die europäische Fertigung stärken, sondern Proxima auch eine stabilere Lieferkette sichern.

Die zweite Absichtserklärung betrifft eine Zusammenarbeit mit Kyoto Fusioneering, einem auf Fusionstechnologie spezialisierten Zulieferer. Geplant ist dabei unter anderem eine Kooperation bei Technik zur Plasmaheizung sowie beim Brennstoffkreislauf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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