Auslandsinvestitionen in Deutschland 2025 deutlich gestiegen
Ausländische Firmen haben im vergangenen Jahr spürbar mehr Kapital in Deutschland angelegt. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die sich auf Daten der Bundesbank stützen, kletterten die Direktinvestitionen gegenüber 2024 um etwa 50 Prozent auf rund 86 Milliarden Euro. Damit erholten sich die Investitionen nach dem starken Rückgang im Vorjahr, als sie um fast 32 Prozent eingebrochen waren. Besonders viel Geld kam zuletzt aus Großbritannien.
US-Unternehmen verlieren an Bedeutung
Die Herkunft der Investitionen hat sich dabei merklich verändert. Unternehmen aus den USA investierten 2025 noch 11,8 Milliarden Euro in Deutschland und damit fast 44 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ihr Anteil am gesamten ausländischen Investitionsvolumen sank dadurch von mehr als 36 Prozent auf nur noch rund 14 Prozent.
Ganz anders entwickelte sich das Engagement aus dem Vereinigten Königreich: Britische Investoren erhöhten ihre Direktinvestitionen laut IW um rund 284 Prozent auf 26 Milliarden Euro. Mit einem Anteil von knapp 31 Prozent waren sie damit der größte ausländische Investor in Deutschland.
Europa bleibt wichtigster Geldgeber
Der größte Teil des Kapitals kam weiterhin aus Europa. Die Mitgliedstaaten der EU ohne Deutschland investierten 2025 trotz eines leichten Minus von 2,7 Prozent insgesamt etwa 43 Milliarden Euro. Das entsprach etwas mehr als der Hälfte aller ausländischen Investitionen in Deutschland.
Rechnet man das Vereinigte Königreich hinzu, entfielen laut IW sogar mehr als 80 Prozent der gesamten Auslandsinvestitionen auf Europa. Aus Sicht des Instituts zeigt das, wie eng und stabil die wirtschaftlichen Verbindungen Deutschlands zu seinen europäischen Partnern weiterhin sind.
Schwankungen durch große Einzeltransaktionen
Das IW weist allerdings darauf hin, dass Direktinvestitionen von Jahr zu Jahr stark schwanken können. Einzelne Großgeschäfte könnten die Entwicklung deutlich beeinflussen, zudem würden die Daten häufig nachträglich noch angepasst. Im Vergleich zum Median der Jahre 2015 bis 2024 ergibt sich für 2025 dennoch ein Plus von fast 11 Prozent.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber