Wirtschaft

Umwelthilfe warnt: Verpackungsflut im Supermarkt hält an

Schock im Supermarkt: Warum Obst und Gemüse noch immer massenhaft in Plastik stecken – und wer laut DUH schuld ist

01.10.2026, 12:10 Uhr

DUH: Viele Supermarktprodukte weiter in klimaschädlicher Verpackung

Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) werden in deutschen Supermärkten noch immer zahlreiche Waren in umweltschädlichen Verpackungen angeboten. Nach Angaben von DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz prägen Einwegflaschen, Getränkedosen und unnötig vorverpackte Lebensmittel weiterhin das Bild in den Regalen großer Supermärkte und Discounter.

Besonders hoch ist der Verpackungsanteil demnach bei Discountern. Bei Obst und Gemüse waren in den überprüften Filialen rund 68 Prozent der Produkte verpackt, meist in Kunststoff. Bei Vollsortimentern wie Rewe, Edeka und Kaufland fiel der Anteil mit 58 Prozent etwas niedriger aus.

Biomärkte schneiden deutlich besser ab

Dass es auch anders geht, zeigen laut DUH vor allem die Bioketten Alnatura, Denns und Bio Company. Dort lag der Anteil verpackter Obst- und Gemüseprodukte im Durchschnitt nur bei 16 Prozent.

Für die nicht repräsentative Untersuchung analysierte die DUH zwischen April und August dieses Jahres das Sortiment in 48 Filialen. Untersucht wurden jeweils vier Märkte der Ketten Aldi Süd, Aldi Nord, Lidl, Penny, Netto, Norma, Rewe, Edeka, Kaufland, Alnatura, Denns Biomarkt und Bio Company. Verschiedene Waren aus festgelegten Produktgruppen wurden dabei mithilfe eines einheitlichen Prüfbogens auf ihre Verpackung hin bewertet.

Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass der Verpackungsanteil vielerorts sogar gestiegen ist – auch in Biomärkten. In den besuchten Alnatura-Filialen lag der Anteil verpackten Obsts und Gemüses bei 11 Prozent und damit 10 Prozentpunkte höher als beim ersten DUH-Test 2022. Bei Bio Company stieg der Wert auf 15 Prozent, bei Denns auf 17 Prozent. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Netto aus: Dort erhöhte sich der Verpackungsanteil in diesem Bereich um 16 Prozentpunkte auf 74 Prozent.

Kritik auch an hoher Einwegquote bei Getränken

Kritisch bewertet die DUH zudem den hohen Anteil von Einwegverpackungen bei Getränken. In den getesteten Filialen von Lidl sowie Aldi Nord und Aldi Süd wurden Wasser, Säfte, Softdrinks und Bier ausschließlich in Einwegflaschen angeboten. Bei Vollsortimentern war die Mehrwegquote dagegen deutlich höher.

Barbara Metz betonte, dass freiwillige Maßnahmen nicht ausreichten. Aus Sicht der DUH seien verbindliche politische Vorgaben für Mehrweg nötig. Außerdem müssten Unternehmen, die Einwegverpackungen in Umlauf bringen, stärker an den entstehenden Umweltkosten beteiligt werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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