Will das Taxigewerbe künftig relevant bleiben, muss es sich nach Einschätzung einer neuen Studie rasch modernisieren. Besonders jüngere Menschen halten Taxis demnach häufig für zu teuer und nicht digital genug. Aus einer nicht repräsentativen Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) geht hervor, dass fast 40 Prozent der Befragten Taxis in erster Linie mit hohen Preisen verbinden.
Die Analyse stützt sich auf zwei Befragungen im Rhein-Main-Gebiet aus dem Juni dieses Jahres. Dabei wurden sowohl Passanten als auch Taxi-Kunden befragt, insgesamt knapp 900 Personen. Da die Erhebungen nicht repräsentativ sind, lassen sich die Resultate nur als Hinweis auf Entwicklungen in der Metropolregion Frankfurt verstehen. Nach Angaben der Verfasser liefert die Studie jedoch erstmals empirische Anhaltspunkte zu den Gründen für die Nutzung von Taxis in Deutschland.
Vor allem ein Verkehrsmittel für Ältere
Den Ergebnissen zufolge wird das Taxi in der Rhein-Main-Region vor allem von älteren Menschen und Personen mit höherem Einkommen genutzt. Jüngere Altersgruppen greifen dagegen häufiger auf Fahrdienstplattformen wie Uber oder Bolt zurück. Laut den Autoren spricht vieles dafür, dass dieses Mobilitätsverhalten auch im weiteren Lebensverlauf bestehen bleibt.
Für das Gewerbe gilt deshalb insbesondere die Generation der Babyboomer als entscheidend. Gemeint sind in der Studie die Jahrgänge 1955 bis 1965. Diese Gruppe wird als eine Art Übergangsmarkt betrachtet: Sie ist dem Taxi vertraut, steht aber zugleich digitalen Angeboten offen gegenüber. Dazu zählen etwa die Buchung per App, bargeldloses Bezahlen oder eine frühzeitige Information über den Fahrpreis.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Zukunft des Taxis nicht in der Rückkehr zu alten Strukturen liege. Entscheidend sei vielmehr, ob es der Branche gelingt, sich als modernes, zuverlässiges und leicht nutzbares Mobilitätsangebot aufzustellen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber