Kraftstoffpreise steigen weiter an
Die Preise an den Tankstellen sind über das Wochenende erneut geklettert. Nach Angaben des ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnitt für Super E10 am Sonntag bei 2,152 Euro je Liter. Gegenüber Freitag entspricht das einem Plus von 1,1 Cent. Auch Diesel wurde teurer und kostete im Schnitt 2,177 Euro pro Liter, was einem Anstieg um 1,6 Cent entspricht.
Sowohl bei E10 als auch bei Diesel war es damit der achte Preisanstieg in Folge. Im Vergleich zur Lage vor zwei Wochen, als sich die Preise nach dem Ende des Tankrabatts vorübergehend etwas beruhigt hatten, ist E10 inzwischen um 13,6 Cent teurer. Bei Diesel beträgt der Aufschlag sogar 23,1 Cent.
Damit nähert sich E10 wieder deutlich früheren Höchstständen an. Zum Mehrjahreshoch rund um Ostern fehlen nur noch etwa 4 Cent, zum bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 gut 5 Cent.
Als wichtigste Ursache gilt der seit Monatsbeginn spürbar gestiegene Ölpreis. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten laut ADAC auch die bisherigen Bestmarken bei E10 überschritten werden. Bei Diesel ist der Rekordwert dagegen noch deutlich entfernt: Am 7. April hatte der Liter im deutschlandweiten Durchschnitt 2,447 Euro gekostet.
Die Bundesregierung plant trotz der kräftig gestiegenen Spritpreise derzeit allerdings keine neuen Entlastungen für Autofahrer. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte in Berlin, die bisherigen Maßnahmen seien beendet, aktuell sehe man keinen Bedarf für weitere Schritte. Man müsse mit Schwankungen leben, die sich aus der Lage im Iran-Krieg und rund um die Straße von Hormus ergäben. Die Entwicklung werde aber weiter beobachtet.
Von Anfang Mai bis Ende Juni hatte der Bund mit einem Tankrabatt versucht, den Preisanstieg bei Kraftstoffen zu bremsen. Ende Juni lagen die Preise dadurch und wegen einer zwischenzeitlichen Entspannung im Nahen Osten wieder ungefähr auf dem Niveau vor Beginn des Iran-Krieges. Diesel fiel zeitweise sogar auf unter 1,80 Euro je Liter.
Eine Neuauflage des Tankrabatts lehnen Vertreter der Bundesregierung und der Koalitionsfraktionen bislang ab – auch mit Blick auf die Kosten. Nach einer Schätzung des Finanzministeriums belastete der Rabatt von 16,7 Cent pro Liter den Bund mit rund 1,6 Milliarden Euro. Vor allem aus der SPD gibt es stattdessen Forderungen nach einem Spritpreisdeckel.
Am Montagmorgen zeigte sich die Lage an den Tankstellen allerdings leicht entspannter. Gegen 10 Uhr lagen die Preise für E10 und Diesel geringfügig unter dem Niveau vom Sonntag zur gleichen Zeit.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber