Ein 21 Jahre alter Syrer, der vor etwas mehr als einem Jahr in einem ICE in Niederbayern mehrere Reisende mit einer Axt angegriffen haben soll, muss dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden. Nach Angaben der Vorsitzenden Richterin vor dem Landgericht Regensburg gilt der Mann wegen einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
Das Gericht sah unter anderem den Vorwurf des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung als gegeben an. Mit der Entscheidung schloss sich die Kammer den Anträgen von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung an, die sich übereinstimmend für eine weitere Unterbringung in der Psychiatrie ausgesprochen hatten.
Zwei Menschen schwer verletzt
Nach den Feststellungen des Gerichts griff der Mann am 3. Juli 2025 in dem Zug Fahrgäste mit einer Axt und einem Hammer an. Der ICE wurde daraufhin bei Straßkirchen westlich von Deggendorf gestoppt. Zwei Personen wurden schwer verletzt. Dass niemand ums Leben kam, sei nach Einschätzung der Richterin lediglich dem Zufall zu verdanken gewesen.
Laut Gericht entwickelte der Beschuldigte während seiner dreijährigen Flucht als unbegleiteter Minderjähriger eine Schizophrenie. Unter Berufung auf eine Sachverständige erklärte die Vorsitzende Richterin, der Mann höre unter anderem befehlende Stimmen und habe sich zur Tatzeit bedroht gefühlt sowie geglaubt, in Notwehr zu handeln. Weil aktuell von einer erheblichen Gefahr weiterer Taten ausgegangen werde, bleibt er in einer psychiatrischen Einrichtung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber