Wirtschaft

Sprit-Schock: Tschechiens Deckel ist weg

Preisdeckel weg: Tanken in Tschechien bleibt billig – oder droht Deutschen jetzt an der Grenze die böse Überraschung?

20.07.2026, 10:22 Uhr

Nach gut drei Monaten ist in Tschechien die staatliche Preisbremse für Benzin und Diesel beendet worden. An vielen Zapfsäulen verteuerten sich die Kraftstoffe laut der Nachrichtenagentur CTK zunächst nur leicht, teils lediglich um wenige Cent. Etwas stärkere Aufschläge erwarten Fachleute vor allem an stark frequentierten Standorten wie Raststätten an Autobahnen.

Die Regierung des rechtspopulistischen Ministerpräsidenten und Milliardärs Andrej Babis hatte die Obergrenzen Anfang April als Reaktion auf die Energiekrise infolge des Iran-Kriegs eingeführt. Die erlaubten Höchstpreise wurden täglich neu festgelegt. Zuletzt lagen sie bei 43,41 Kronen je Liter Benzin, was etwa 1,79 Euro entspricht, und bei 42,13 Kronen je Liter Diesel, also rund 1,74 Euro. Vertreter der Tankstellenbranche hatten die Regelung von Beginn an als unglücklich und überflüssig kritisiert.

Finanzministerin Alena Schillerova erklärte, die Maßnahme habe ihren Zweck erfüllt, die Ursachen für den Eingriff bestünden inzwischen jedoch nicht mehr. Nun kehre man wieder zum freien Markt zurück. Zugleich versicherte sie, der Staat werde die Entwicklung weiter beobachten. Sollten sich Auffälligkeiten oder Missbrauch zeigen, sei die Regierung bereit, erneut einzugreifen.

Viele Deutsche tanken in Tschechien

Weil Kraftstoff in Tschechien im Vergleich oft günstiger ist, fahren zahlreiche Autofahrer aus grenznahen Regionen Deutschlands zum Tanken über die Grenze. Dabei müssen jedoch Vorgaben des Zolls, des Steuerrechts und der Gefahrgutvorschriften beachtet werden.

Das Land verfügt über ein engmaschiges Netz an Tankstellen. Zu den größten Anbietern zählen der polnische Konzern Orlen und das ungarische Unternehmen Mol. Außerdem betreibt der Staatskonzern Cepro 209 Stationen unter der Marke Eurooil sowie 75 weitere unter dem Namen Robin Oil.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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