Wirtschaft

Schock bei Festo: 1.300 Jobs in Deutschland weg

Asien-Konkurrenz, Flaute, Jobabbau: Festo streicht Hunderte Stellen. Warum jetzt so drastisch – und was heißt das für die Belegschaft?

08.05.2026, 15:39 Uhr

Festo plant in Deutschland den Abbau von rund 1.300 Stellen

Der Automatisierungsspezialist Festo will hierzulande etwa 1.300 Arbeitsplätze streichen. Als Gründe nennt das Familienunternehmen aus Esslingen veränderte Marktbedingungen, stärkeren Konkurrenzdruck aus Asien sowie geopolitische Belastungen. Um Wachstum und Effizienz zu verbessern, setzt der Konzern auf ein weltweites Transformationsprogramm.

Nach Angaben des Unternehmens sollen in Deutschland Strukturen gestrafft werden, um den finanziellen Spielraum für den Umbau zu schaffen. Der Stellenabbau werde mehrere Bereiche betreffen. Über die konkrete Umsetzung laufen noch Gespräche mit dem Betriebsrat. Beide Seiten beraten demnach darüber, wie die Kürzungen möglichst sozialverträglich und verantwortungsvoll gestaltet werden können. Einzelheiten dazu sind bislang offen.

Weltweit will Festo nach Unternehmensangaben pro Jahr 200 Millionen Euro einsparen. Auch außerhalb Deutschlands sollen Stellen wegfallen. In Deutschland werde es laut Vorstandschef Thomas Böck jedoch keine Standortschließungen geben. Sämtliche Produktionsstandorte im Inland sollen erhalten bleiben.

IG Metall kritisiert die Pläne scharf

Von der IG Metall kommt deutlicher Widerspruch. Der Esslinger Gewerkschaftsvertreter Max Czipf erklärte, die Ankündigung habe Beschäftigte und Arbeitnehmervertreter völlig unvorbereitet getroffen. Das Ausmaß der Pläne sei überraschend und löse erhebliche Sorgen um die Folgen für Arbeitsplätze und die regionale Wirtschaft aus.

Aus Sicht der IG Metall ist der angekündigte Schritt ein Fehler. Wer in der aktuellen wirtschaftlichen Krise Stellen streiche, schade dem Industriestandort zusätzlich, warnte Czipf.

Umsatz sinkt zum dritten Mal hintereinander

Zum Jahresende 2025 zählte Festo rund 20.600 Beschäftigte weltweit und damit genauso viele wie ein Jahr zuvor. Etwa 8.200 davon arbeiteten in Deutschland. Die schwache Konjunktur belastete jedoch das Geschäft.

Der Umsatz ging 2025 um 3,7 Prozent auf etwa 3,33 Milliarden Euro zurück. Damit verzeichnete das Unternehmen bereits den dritten Rückgang in Folge. Im Jahr 2022 hatte Festo noch 3,81 Milliarden Euro umgesetzt. Angaben zum Gewinn macht das Unternehmen nicht.

Technik für zahlreiche Industriezweige

Festo entwickelt vor allem Lösungen für Steuerungs- und Automatisierungstechnik. Das Angebot reicht von pneumatischen Systemen bis hin zu Software- und KI-Anwendungen. Eingesetzt werden die Produkte unter anderem in der Lebensmittelindustrie, im Automobilsektor und in der Medizintechnik.

Darüber hinaus ist das Unternehmen in der technischen Aus- und Weiterbildung aktiv und arbeitet verstärkt an Bioreaktoren, um nachhaltigere industrielle Anwendungen voranzutreiben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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