Wirtschaft

Schaeffler pusht Altersteilzeit

Ausgerechnet jetzt: Während die Rente mit 63 wackelt, lockt Schaeffler mit Altersteilzeit – und streicht so 1.300 Jobs.

05.08.2026, 09:44 Uhr

Schaeffler baut über Altersteilzeit weitere 1.300 Stellen ab

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler plant in den nächsten Monaten den Abbau von 1.300 Arbeitsplätzen mithilfe zusätzlicher Altersteilzeitprogramme. Wie das Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte, richtet sich das Angebot an Beschäftigte der Jahrgänge 1971 und älter. Dafür veranschlagt Schaeffler Zusatzkosten von 51 Millionen Euro. Nach Angaben des Konzerns war das Interesse an solchen Modellen in der Belegschaft bereits in der Vergangenheit groß.

Leichter Umsatzrückgang, besseres Ergebnis

Zugleich veröffentlichte Schaeffler seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 11,667 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um Wechselkurseffekte ergab sich jedoch ein kleines Plus von 0,4 Prozent. Die weltweite Beschäftigtenzahl verringerte sich um fast 2.000 auf 108.912.

Beim operativen Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten erzielte der Konzern 549 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

E-Mobilität wächst als einzige Sparte

Von den vier Geschäftsbereichen konnte im ersten Halbjahr allein die Sparte E-Mobilität beim Umsatz zulegen. Dort stiegen die Erlöse um 7,2 Prozent auf 2,578 Milliarden Euro. Dennoch hatte Schaeffler seine Erwartungen für diesen Bereich zuletzt gedämpft.

Konzernchef Klaus Rosenfeld hatte erklärt, dass das Wachstum langsamer ausfallen werde als zunächst erhofft. Als wichtigen Grund nannte er die Förderpolitik von US-Präsident Donald Trump, unter der Zuschüsse für den Kauf von Elektroautos gestrichen wurden. Auch das mittelfristige Ziel, die E-Mobilität bis 2028 profitabel zu machen, wurde angepasst. Für das laufende Jahr peilt Schaeffler nun eine Marge zwischen minus vier und null Prozent an.

Neue Felder: Rüstung und Robotik

Schon seit einiger Zeit arbeitet Schaeffler daran, sich breiter aufzustellen und die Abhängigkeit vom klassischen Automobilgeschäft zu verringern. Künftig sollen daher unter anderem Geschäfte in der Verteidigungsindustrie sowie die Produktion von Bauteilen für humanoide Roboter zusätzliche Erlöse bringen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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