Wirtschaft

Rettung für Pleite-Pharmafirma R-Pharm?

Krieg und Sanktionen stürzen R-Pharms Deutschland-Tochter in die Pleite – doch jetzt hoffen alle auf diesen Ausweg.

01.05.2026, 16:07 Uhr

R-Pharm-Tochter in Deutschland setzt Betrieb trotz Insolvenz vorerst fort

Die insolvente deutsche Niederlassung des russischen Pharmaunternehmens R-Pharm kann ihre Arbeit zunächst weiterführen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Markus Fröhlich ist die Finanzierung des Standorts in Illertissen für die kommenden Monate gesichert. Das Amtsgericht Neu-Ulm hat das Insolvenzverfahren inzwischen offiziell eröffnet.

Fröhlich setzt nun auf einen Verkauf des Unternehmens. Potenzielle Käufer prüfen derzeit im Rahmen einer üblichen Due-Diligence die wirtschaftlichen Kennzahlen sowie mögliche Risiken.

Sanktionen und Gegenmaßnahmen führten zu finanziellen Problemen

R-Pharm Germany gehört seit 2014 zum russischen Mutterkonzern und beschäftigt rund 300 Menschen. Mitte März hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Als wesentliche Ursache nannte Fröhlich die Folgen der EU-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sowie die Reaktionen aus Russland.

Trotz der schwierigen Lage sieht der Insolvenzverwalter auch positive Entwicklungen. So habe das Unternehmen weiterhin neue Aufträge von Kunden erhalten.

Standort mit langer Tradition

Der Betrieb in Illertissen blickt auf eine Geschichte bis ins Jahr 1860 zurück. Damals begann der Ulmer Unternehmer Heinrich Mack dort mit der Produktion. In den Anfangsjahren wurden vor allem Seife und Drogeriewaren hergestellt.

Ein früher in Deutschland weit verbreitetes Produkt war „Kaiser Borax“, das nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem zur Hautpflege, als Badezusatz und für verschiedene kosmetische Anwendungen genutzt wurde. Anfang der 1970er Jahre übernahm der US-Pharmakonzern Pfizer den Standort, bevor er 2014 an R-Pharm ging.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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