In der schwer zugänglichen Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb ist ein 61 Jahre alter Wanderer an den Folgen eines medizinischen Notfalls gestorben. Nach Angaben des Grabenstettener Bürgermeisters Patrick Docimo war die Gruppe bereits rund 1.300 Meter tief in die Höhle im Kreis Reutlingen vorgedrungen, als es zu dem Notfall kam. Die Polizei teilte mit, dass es keine Hinweise auf Fremdverschulden oder ein vorwerfbares Verhalten Dritter gebe.
Die Begleiter des Mannes sowie die Tour-Guides konnten die Höhle nach dem aufwendigen Rettungseinsatz selbstständig und unverletzt verlassen. Die Bergung des Leichnams werde nach Angaben des Bürgermeisters noch mehrere Stunden dauern.
Schwierige Rettung unter extremen Bedingungen
Die Rettung in der Falkensteiner Höhle gilt als besonders anspruchsvoll. Bergwacht und Rettungsdienst rückten nach dem Notruf mit Spezialkräften an, insgesamt waren laut Polizei mehr als 100 Einsatzkräfte vor Ort.
Schon der Zugang zum Einsatzort ist schwierig: Die Höhle bei Grabenstetten ist nur zu Fuß über unwegsames Gelände erreichbar. Allein der Weg zum Patienten dauerte demnach etwa eineinhalb Stunden. Im Höhlensystem müssen zudem teilweise mehrere Meter hohe Kletterpassagen und Höhenunterschiede überwunden werden. Funkempfang gibt es im Inneren nicht.
Nach Angaben des Bürgermeisters bestand die Gruppe aus sechs Besuchern und drei Tour-Guides. Kontakt hatten die Einsatzkräfte zunächst nur zu einem Guide, der auch den Notruf abgesetzt hatte.
Beliebte, aber gefährliche Höhle
Die Schwäbische Alb ist für ihre zahlreichen Höhlen bekannt, darunter auch die Falkensteiner Höhle. Ihr Eingang wirkt wie ein steinerner Schlund in einer Felswand, im weit verzweigten Inneren ist es stockdunkel, eng, verwinkelt und feucht. Es handelt sich um eine aktive Wasserhöhle, aus der die Elsach entspringt.
Nach Angaben der Stadtverwaltung zählt die Falkensteiner Höhle zu den sogenannten wilden Höhlen. Wegen der Gefahr plötzlich ansteigenden Wassers ist der Zugang seit 2018 offiziell verboten und nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten erlaubt.
Bereits mehrfach Ort großer Rettungsaktionen
Die Höhle war bereits mehrfach Schauplatz größerer Einsätze. Erst im vergangenen Mai waren dort zwei Männer von Wassermassen überrascht und eingeschlossen worden.
Bundesweit für Aufsehen sorgte auch eine Rettungsaktion im Sommer 2019. Damals saßen ein Höhlenführer und sein Kunde nach starken Regenfällen etwa 650 Meter vom Eingang entfernt fest, weil ihnen der Rückweg durch den gestiegenen Wasserstand abgeschnitten worden war. Erst rund 24 Stunden später konnten beide in Sicherheit gebracht werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion