Wirtschaft

Pleitewelle auf Rekordhoch – warum Hotels jetzt zittern

Pleite-Rekord in Deutschland: Warum es ausgerechnet Berlin und Bayern jetzt besonders hart trifft – und was dahintersteckt

05.05.2026, 11:37 Uhr

Firmeninsolvenzen in Deutschland bleiben auf hohem Niveau

Eine Entspannung bei den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist derzeit nicht in Sicht. Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden im April 1.776 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert. Das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber März und zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Verglichen mit einem durchschnittlichen April der Jahre 2016 bis 2019, also noch vor der Corona-Pandemie, liegt der aktuelle Wert demnach 82 Prozent höher. Damit erreichte die Zahl der Firmenpleiten im April den höchsten Stand seit Juni 2005. Damals waren laut IWH 1.859 Insolvenzen verzeichnet worden.

Besonders stark betroffen waren im April die Bereiche Hotel und Gastronomie sowie Grundstücks- und Wohnungswesen, in denen neue Höchststände festgestellt wurden. Regional betrachtet meldete das Institut Rekordwerte vor allem in Berlin und Bayern. Der starke Anstieg in Berlin sei insbesondere auf eine ungewöhnlich hohe Zahl an Insolvenzen in der Hotellerie zurückzuführen.

Auch die Zahl der von den Insolvenzen betroffenen Beschäftigten legte deutlich zu. Sie lag spürbar über dem März-Wert und übertraf den Durchschnitt eines Aprilmonats aus den Vor-Corona-Jahren um 112 Prozent.

Das IWH erkennt derzeit keine Hinweise auf eine baldige Trendwende. Nach Einschätzung von Steffen Müller, dem Leiter der Insolvenzforschung, ist bis einschließlich Juli weiterhin mit sehr hohen Insolvenzzahlen zu rechnen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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