Wirtschaft

Mütter arbeiten viel seltener als Väter – seit Jahren

Kaum zu glauben: Mütter stemmen weiter mehr als Väter – und arbeiten viel seltener. Neue Zahlen zeigen, wie fest das Muster sitzt.

05.05.2026, 09:12 Uhr

Mütter mit Kleinkindern deutlich seltener erwerbstätig als Väter

Mütter kleiner Kinder übernehmen weiterhin den größeren Teil der Sorgearbeit und stehen deshalb deutlich seltener im Beruf als Väter in vergleichbaren Familien. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts anlässlich des Muttertags am 10. Mai waren im Jahr 2025 nur 39,7 Prozent der Mütter mit mindestens einem Kind unter drei Jahren erwerbstätig. Bei Vätern, die mit einem oder mehreren Kindern dieser Altersgruppe im Haushalt lebten, lag die Erwerbstätigenquote dagegen bei 88,7 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch.

Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist bei Müttern mit unter Dreijährigen allerdings ein leichter Anstieg zu erkennen. 2015 hatte ihre Erwerbstätigenquote noch bei 36 Prozent gelegen. Bei Vätern blieb der Wert im selben Zeitraum nahezu unverändert: 2015 waren 89,5 Prozent von ihnen berufstätig. Grundlage der Zahlen ist der Mikrozensus.

Mit zunehmendem Alter der Kinder steigt die Erwerbstätigkeit der Mütter

Die Statistik zeigt außerdem, dass Mütter häufiger in den Beruf zurückkehren, wenn ihre Kinder älter werden. Im Jahr 2025 waren 71,2 Prozent der Mütter mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren erwerbstätig. Bei Vätern macht das Alter der Kinder hingegen kaum einen Unterschied: Ihre Erwerbstätigenquote mit minderjährigen Kindern lag bei 91,4 Prozent und damit nur leicht über dem Wert von Vätern mit sehr kleinen Kindern.

Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, sieht in den Zahlen einen Hinweis auf die weiterhin ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern. Aus ihrer Sicht gibt es seit Jahren Vorschläge, das Elterngeld so zu reformieren, dass es eine partnerschaftlichere Aufteilung der Elternzeit stärker fördert. Dazu könne etwa gehören, den Anteil nicht übertragbarer Monate auszuweiten.

Zugleich verweist Kohlrausch auf Defizite bei der Kinderbetreuung in Deutschland. Trotz des gesetzlichen Anspruchs auf Betreuung ab dem ersten Lebensjahr gebe es nach wie vor erhebliche Lücken. Die Folgen träfen vor allem die Mütter.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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