Wirtschaft

Nur E-Mobilität rettet Schaeffler

Trotz starkem Start ins Jahr 2026: Warum Schaeffler plötzlich weniger umsetzt – und der Euro dabei mitmischt

05.05.2026, 09:09 Uhr

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler ist trotz schwacher Geschäfte in Europa und China stabil ins Jahr 2026 gestartet. Von den vier Unternehmensbereichen konnte lediglich die Sparte E-Mobilität zulegen, während die übrigen Segmente Umsatzrückgänge verzeichneten.

Wachstumsimpulse kamen vor allem aus Asien außerhalb Chinas. Im chinesischen Markt selbst lag der Umsatz in den ersten drei Monaten 2026 leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals, wie das Unternehmen mitteilte.

Insgesamt setzte Schaeffler von Januar bis März 5,764 Milliarden Euro um. Das sind 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Wechselkurseffekte ergab sich wegen des starken Euro jedoch ein Plus von 1,0 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 270 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Schaeffler 60 Millionen Euro, nach 83 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahresquartal.

Kein Grund für Euphorie

Vorstandschef Klaus Rosenfeld sprach dennoch von keinem Anlass zur Euphorie. Zugleich sieht er den eingeschlagenen Kurs bestätigt: Die Sparmaßnahmen der vergangenen Monate würden sich auszahlen. Nach seinen Angaben haben die großen Werke Maßnahmen zur Kostenoptimierung umgesetzt.

Auch die infolge des Iran-Krieges gestiegenen Energiekosten seien für das laufende Jahr 2026 bereits abgefedert. Mit Blick auf 2027 bleibe aber offen, wie sich die Lage weiterentwickelt.

Neue Geschäfte mit Robotern und Rüstungskomponenten

Positiv entwickelt sich nach Unternehmensangaben auch das Neugeschäft mit humanoiden Robotern und Komponenten für die Rüstungsindustrie. Bei den Robotern gibt es demnach bereits 30 Prototypen sowie fünf konkrete Kundenkontakte. Bis 2030 rechnet Rosenfeld hier mit Aufträgen im Wert eines dreistelligen Millionenbetrags.

E-Mobilität legt als einzige Sparte zu

Besonders die E-Mobilität setzte ein positives Signal. Der Umsatz des Bereichs stieg von 1,167 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 1,210 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,7 Prozent, währungsbereinigt sogar von 6 Prozent.

Rosenfeld sieht darin auch erste Anzeichen für ein Umdenken bei Verbrauchern. Durch die stark gestiegenen Ölpreise würden mehr Menschen über den Wechsel zur Elektromobilität nachdenken. Erste Hinweise darauf gebe es sogar in großen Märkten wie den USA.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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