Wirtschaft

OpenAI will an die Börse – was niemand wissen soll

OpenAI will an die Börse – doch warum bremst der ChatGPT-Macher plötzlich? Hinter dem IPO-Kurs steckt mehr als gedacht.

09.06.2026, 04:26 Uhr

OpenAI beantragt ebenfalls Aktienplatzierung

Das erwartete Trio großer Tech-Börsengänge ist damit vollständig: Nach anderen Schwergewichten hat nun auch OpenAI, bekannt als Entwickler von ChatGPT, einen Antrag für eine Aktienplatzierung eingereicht. Wie schon beim Konkurrenten Anthropic bleibt der vertraulich eingereichte Antrag zunächst ohne nähere Details. Zugleich machte OpenAI deutlich, dass ein tatsächlicher Börsengang noch auf sich warten lassen könnte, da der Status als nicht börsennotiertes Unternehmen manche geschäftlichen Abläufe vereinfache.

SpaceX peilt Rekordbewertung an

Sehr viel konkreter wirkt dagegen der Zeitplan bei SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk könnte bereits am kommenden Freitag den Schritt an die Börse wagen. Dabei steht eine Bewertung von knapp 1,8 Billionen US-Dollar im Raum, was umgerechnet rund 1,56 Billionen Euro entspräche. Mit einem geplanten Emissionsvolumen von etwa 75 Milliarden Dollar könnte es sich um den größten Börsengang der Geschichte handeln.

Allerdings erscheint die angepeilte Bewertung angesichts der bisherigen Geschäftszahlen bemerkenswert hoch: Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei unter 19 Milliarden Dollar, zudem schrieb das Unternehmen Verluste. SpaceX begründet die ambitionierte Einschätzung vor allem mit den Erwartungen an künftiges Wachstum.

KI-Unternehmen setzen auf Milliardeninvestitionen

Anthropic war zuletzt in einer Finanzierungsrunde mit 900 Milliarden Dollar bewertet worden. OpenAI lag bei seiner jüngsten Kapitalaufnahme etwas darunter. Zugleich verfolgt das Unternehmen weitreichende Pläne zum Ausbau von Rechenzentren, für die Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Dollar vorgesehen sind. Einnahmen aus einem Börsengang könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Börsendebüts als Stimmungstest für Anleger

Dennoch bleiben erhebliche Zweifel, ob sich die enormen Ausgaben für KI-Infrastruktur langfristig auszahlen werden. Diese Unsicherheit betrifft nicht nur OpenAI, sondern weite Teile der Branche. Die geplanten Börsengänge der KI-Firmen dürften deshalb auch als wichtiger Gradmesser dafür gelten, wie groß die Bereitschaft der Investoren ist, weiter massiv auf das Thema Künstliche Intelligenz zu setzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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