Wirtschaft

Ölpreise auf Juni-Hoch – kommt jetzt der nächste Schub?

Tanker-Attacken im Roten Meer, neue US-Schläge gegen Iran: Warum der Ölpreis plötzlich wieder rasant steigt.

23.07.2026, 08:27 Uhr

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sorgt weiter für Auftrieb an den Ölmärkten. Die Nordsee-Sorte Brent zur Auslieferung im September kletterte erstmals seit Anfang Juni wieder über 96 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Zuletzt lag der Preis bei 95,78 Dollar und damit knapp zwei Prozent höher als am Vortag.

Auslöser der neuen Preisrally ist die verschärfte Lage im Krieg zwischen Washington und Teheran. Zusätzlich meldeten vom Iran unterstützte Huthi-Kämpfer Angriffe auf zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer. Damit verschärft sich die Krise im Nahen Osten weiter, zugleich wächst die Sorge vor stärkeren Störungen bei der Ölversorgung.

Neue Angriffe in der Nacht

In der Nacht nahm das US-Militär erneut Ziele im Iran ins Visier. Nach Angaben des für die Region zuständigen US-Kommandos Centcom auf der Plattform X endete die rund fünfstündige Angriffsserie um 22.30 Uhr US-Ostküstenzeit, was 6.00 Uhr morgens im Iran entsprach.

Getroffen worden seien demnach unter anderem Lager für Raketen und Drohnen, Einrichtungen zur Küstenüberwachung sowie Teile der iranischen Luftabwehr. Ziel der Operationen sei es gewesen, weitere Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Seeleute zu verhindern. Es handelte sich bereits um die zwölfte Nacht in Folge mit US-Angriffen auf die Islamische Republik.

Ölpreis bleibt unter dem Jahreshoch

Seit Beginn des Monats hat sich der Konflikt wieder zugespitzt, vor allem wegen des Streits um die Straße von Hormus, eine zentrale Route für den weltweiten Transport von Öl und Flüssiggas. In US-Medien gibt es seit Tagen Hinweise auf eine mögliche Ausweitung der amerikanischen Militärschläge, etwa durch die Verlegung zusätzlicher Kampfflugzeuge in die Region.

Trotz des jüngsten Anstiegs notiert der Ölpreis weiterhin deutlich unter seinem bisherigen Jahreshoch von rund 126 Dollar je Barrel, das Ende April erreicht worden war. Damals hatte der Beginn des Krieges mit Beteiligung der USA und Israels die Preise kräftig nach oben getrieben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen