Wirtschaft

Ölpreise auf Juni-Hoch – kommt jetzt der nächste Schub?

Tanker-Attacken im Roten Meer, neue US-Schläge gegen Iran: Warum der Ölpreis plötzlich wieder rasant steigt.

23.07.2026, 08:27 Uhr

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sorgt weiter für starken Auftrieb an den Ölmärkten. Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent bewegt sich inzwischen klar in Richtung von 100 US-Dollar. In der Spitze kletterte er auf 98,42 Dollar je Barrel (159 Liter). Am späten Vormittag lag die Referenzsorte bei 97,59 Dollar und damit 3,7 Prozent höher als am Vortag.

Getrieben wird die neue Preisrally von der verschärften Lage im Krieg zwischen Washington und Teheran. Zusätzlich meldeten vom Iran unterstützte Huthi-Milizen Angriffe auf zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer. Damit verschärft sich die Krise im Nahen Osten weiter, zugleich wächst die Sorge vor schwerwiegenderen Störungen bei der Ölversorgung.

Auffällig ist auch die Dynamik der jüngsten Entwicklung: Noch bis Anfang Juli war der Brent-Preis auf rund 70 Dollar gefallen. Seither hat die Eskalation des Konflikts den Markt wieder deutlich nach oben getrieben.

Neue Angriffswelle

In der Nacht führte das US-Militär erneut eine Angriffswelle gegen Ziele im Iran durch. Nach Angaben des für die Region zuständigen US-Kommandos Centcom auf der Plattform X endete die rund fünfstündige Operation um 22.30 Uhr US-Ostküstenzeit. Das entsprach 6.00 Uhr Ortszeit im Iran.

Getroffen worden seien demnach unter anderem Lager für Raketen und Drohnen, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie Teile der iranischen Flugabwehr. Ziel der Angriffe sei es gewesen, weitere Attacken auf Handelsschiffe und zivile Seeleute zu verhindern. Es handelte sich bereits um die zwölfte Nacht in Folge mit US-Angriffen auf die Islamische Republik.

Ölpreis noch deutlich unter dem Jahreshoch

Seit Beginn des Monats hat sich der Konflikt wieder zugespitzt, vor allem wegen des Streits um die Straße von Hormus, eine zentrale Route für den weltweiten Transport von Öl und Flüssiggas. In US-Medien gibt es seit Tagen Hinweise auf eine mögliche Ausweitung der amerikanischen Militärschläge, etwa durch die Verlegung zusätzlicher Kampfflugzeuge in die Region.

Trotz des jüngsten Anstiegs notiert der Ölpreis weiterhin deutlich unter seinem bisherigen Jahreshoch von rund 126 Dollar je Barrel, das Ende April erreicht worden war. Damals hatte der Beginn des Krieges mit Beteiligung der USA und Israels die Preise kräftig nach oben getrieben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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