Emirates darf künftig auch den BER ansteuern
Die Fluggesellschaft Emirates darf künftig auch den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) bedienen. Das geht aus einer Mitteilung der Bundesregierung hervor, die nach dem Deutschland-Besuch des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid, veröffentlicht wurde.
Demnach hat die Bundesregierung zugestimmt, dass Emirates zusätzlich zu den bislang vier deutschen Zielen einen fünften Flughafen mit einer abgestimmten Zahl von Verbindungen anfliegen darf. Der BER wird in der Mitteilung zwar nicht ausdrücklich genannt, die Airline drängt jedoch seit Jahren auf eine Anbindung des Hauptstadtflughafens in Schönefeld.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erklärte, die zusätzlichen Verbindungen seien auf höchstens sieben Flüge pro Woche begrenzt. Zugleich werde ausgeschlossen, dass Emirates vom fünften deutschen Ziel aus Flüge in Drittstaaten anbietet. Erlaubt sind damit nur Verbindungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach Angaben Bilgers solle damit auch der Luftverkehrsstandort Deutschland gestärkt werden.
Zustimmung aus Berlin und Brandenburg
In Brandenburg wurde die Entscheidung positiv aufgenommen. Das Verkehrsministerium teilte mit, nun seien die Voraussetzungen für eine regelmäßige Emirates-Verbindung zum BER geschaffen. Die Hauptstadtregion könne dadurch ihre internationale Erreichbarkeit verbessern und einen direkteren Zugang zu einem der wichtigsten globalen Luftverkehrsdrehkreuze erhalten.
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) begrüßte die Entwicklung. Tägliche Langstreckenflüge von Berlin nach Dubai würden zwei wachsende Wirtschaftsregionen enger miteinander verbinden und die internationale Anbindung des BER weiter stärken, erklärte er. Während seines Besuchs trug sich der Scheich zudem ins Goldene Buch im Roten Rathaus ein. Nach Angaben der Senatskanzlei standen bei dem Treffen vor allem der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und das neue Luftverkehrsabkommen im Mittelpunkt.
Debatte über zusätzliche Rechte läuft seit Jahren
Die Frage nach erweiterten Verkehrsrechten für Emirates beschäftigt Politik und Branche schon lange. Der Berliner Senat hatte sich wiederholt für mehr Langstreckenverbindungen am BER eingesetzt. Auch im Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September spielte das Thema eine Rolle. Vertreter aller großen Parteien sprachen sich dabei grundsätzlich für zusätzliche Langstreckenflüge aus.
Bereits im Februar hatte sich die Bundesregierung offen für Starts und Landungen der Airline am BER gezeigt. Lufthansa lehnt zusätzliche Genehmigungen für den Konkurrenten in Deutschland weiterhin ab.
Lufthansa kritisiert die Vereinbarung
Der Lufthansa-Konzern reagierte entsprechend kritisch auf den Schritt der Bundesregierung. Eine Sprecherin erklärte, die Ausweitung der Verkehrsrechte zugunsten der Vereinigten Arabischen Emirate verlagere Wertschöpfung und Arbeitsplätze an den Golf und verschärfe die Wettbewerbsverzerrung weiter.
Zudem warnte Lufthansa, die ohnehin angespannte Lage auf innerdeutschen Strecken, die Metropolregionen mit heimischen Drehkreuzen verbinden, werde durch diese Politik zusätzlich belastet.
Mehr Dubai-Verbindungen im Winterflugplan
Bislang durfte Emirates nur vier deutsche Flughäfen ansteuern: Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Mit den neuen Rechten dürfte nun auch eine Verbindung zwischen dem BER und dem Emirates-Drehkreuz in Dubai möglich werden. Von dort aus hätten Reisende zahlreiche Umsteigemöglichkeiten zu weiteren Zielen im Streckennetz der Airline.
Allerdings wäre Emirates nicht die einzige Fluggesellschaft mit Direktflügen von Berlin nach Dubai. Im Winterflugplan wollen auch Condor ab dem 25. Oktober sowie Eurowings ab dem 1. November entsprechende Verbindungen anbieten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber